Forschung und Praxis, 19.12.2005

Herzinfarkt: Wer schwitzt, ruft eher den Notarzt

Schwitzen ist für die meisten Herzinfarkt-Patienten ein Hauptsymptom, das sie veranlaßt, den Notarzt zu rufen. Die Identifikation solcher und weiterer Schlüsselsymptome könnte helfen, Zeitverzögerungen bis zur endgültigen Diagnose und Therapie zu verhindern, meinen US-Kardiologen.

Für den Ruf nach dem Notarzt ist es bei Infarktverdacht nie zu früh.

Patienten mit Myokardinfarkt warten oft zu lange, bis sie den Notarzt rufen. Dies habe Auswirkungen auf die Überlebenschance, so Dr. Catherine J. Ryan von der University of Illinois in Chicago und ihre Kollegen. In einer britisch / US-amerikanischen Studie haben sie bei mehr als 1000 Herzinfarkt-Patienten fünf Symptom-Cluster identifiziert.

Wenig überraschend war, daß die Patienten mit einer Symptom-Konstellation, die die meisten typischen Beschwerden enthielt, sich auch am schnellsten um Hilfe bemüht haben. Dabei handelte es sich um Brust- und Armschmerzen, das Gefühl einer Magenverstimmung, Übelkeit, Kurzatmigkeit und weitere Symptome.

Aber auch bei den Patienten, die durchschnittlich 20 bis 22 Stunden gewartet hatten, bevor sie professionelle Hilfe in Anspruch nahmen, kamen relativ häufig Brustschmerzen und Kurzatmigkeit sowie gastrointestinale Symptome vor.

Das Symptom Schwitzen stellte überraschenderweise den trennschärfsten Parameter, der zwischen rasch Hilfe rufenden und erst spät agierenden Patienten differenzierte: Wer nicht schwitzte, ließ die meiste Zeit verstreichen.

Die Aufklärung der Öffentlichkeit über Herzinfarkt-bezogene Symptom-Cluster könnte die Morbidität und Mortalität positiv beeinflussen, so die britischen und US-amerikanischen Kardiologen. (ner)

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