Ärzte Zeitung, 28.02.2013

STEMI

Auch betagten Patienten hilft Herzkatheter

Bei einem Herzinfarkt scheinen auch betagte Patienten im Alter über 90 Jahre von einer perkutanen Koronarintervention zu profitieren.

AUGUSTA. Zum Nutzen der perkutanen Koronarintervention (PCI) bei Patienten ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) im hohen Alter gibt es kaum Daten.

US-Forscher haben nun die nach eigenen Angaben "erste nationale Analyse" zur primären PCI bei STEMI-Patienten vorgelegt, die zum Zeitpunkt des Herzinfarktes 90 Jahre oder älter waren. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus einer US-Datenbank (JACC 2013, online 30.1.).

In dieser Datenquelle machten die Untersucher 33.644 betagte Patienten (Durchschnittsalter: 92,6 Jahre) ausfindig, die zwischen 2004 und 2008 mit STEMI in eine Klinik eingewiesen und danach wieder entlassen worden waren.

Insgesamt wurde in 16,9 Prozent aller Fälle eine PCI zur Revaskularisation vorgenommen. Hinter dieser Zahl verbirgt sich eine zeitliche Entwicklung: Lag die PCI-Rate im Jahr 2004 noch bei 12,3 Prozent, hatte sie sich 2008 mit 24,7 Prozent bereits verdoppelt.

Von den Patienten starben insgesamt 24,6 Prozent noch während des Aufenthalts in der Klinik. Die zeitliche Analyse ergab eine moderate, aber signifikante Abnahme der Mortalität in Beobachtungszeitraum: Lag die Sterberate zu Beginn noch bei 25,5 Prozent, betrug sie am Ende nur noch 24,1 Prozent.

Auch in dieser hohen Altersklasse von STEMI-Patienten war die primäre PCI mit einer signifikant niedrigeren Mortalität assoziiert (15,1 Prozent versus 25,9 Prozent).

Allerdings ist dieses Ergebnis, das nicht aus einer randomisierten Studie resultiert, mit Vorsicht zu genießen. Anzunehmen ist, dass es vor allem die rüstigeren Patienten mit relativ geringer Komorbidität waren, bei denen die Ärzte eine PCI für vertretbar hielten.

Die Studienautoren haben sich deshalb bemüht, mithilfe statistischer Methoden Unterschiede zwischen den Gruppen zu minimieren. Auch nach entsprechender Adjustierung blieb die PCI mit einem deutlichen Überlebensvorteil assoziiert. (ob)

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