Ärzte Zeitung online, 17.12.2013
 

Mehr Herzinfarkte

Weihnachten ist in Kliniken der Teufel los

An den Weihnachtstagen werden ein Drittel mehr Menschen wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus eingeliefert als im Jahresdurchschnitt. Vor allem Männer sind betroffen, wie Krankenkassen-Daten belegen.

NEU-ISENBURG. Das Fest der Liebe schlägt vielen Menschen in Deutschland buchstäblich aufs Herz. Das zeigen aktuelle Krankenhaus-Daten der DAK-Gesundheit. Besonders an Heiligabend sind danach Herzinfarkte häufig.

Für die Untersuchung wurden von der Krankenkasse Daten aus den letzten vier Jahre verglichen: So gab es zwischen 2009 und 2012 im Schnitt jeweils 40 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt an den Weihnachtstagen.

An normalen Tagen verzeichnet die Krankenkasse hingegen nur durchschnittlich 30 Einweisungen pro Tag. Vor allem für Männer scheint der 24. Dezember gesundheitlich mit Risiken verbunden zu sein. Mehr als 60 Prozent der Herzinfarkte am Heiligabend gehen regelmäßig auf ihr Konto.

Als Infarkt-Ursache steht zum einen Stress ganz oben auf der Liste: Geschenke besorgen, Termine unter einen Hut bekommen, Erwartungen von Familie und Freunden erfüllen, all das setzt viele zu Weihnachten unter Druck. Hinzu kommen berufliche Zielvorgaben, die oft bis Ende des Jahres abgeschlossen werden müssen.

Aber auch langfristige Ursachen für Herzprobleme dürfen laut DAK-Ärztin Elisabeth Thomas nicht außer Acht gelassen werden. "Vor allem einseitige Ernährung sowie Bewegungsmangel, Rauchen und hoher Alkoholkonsum spielen hier eine entscheidende Rolle."

Regelmäßige Bewegung von möglichst dreimal 30 Minuten pro Woche, eine abwechslungsreiche Ernährung mit wenig tierischen Fetten und Fleisch sowie Alkohol in Maßen und der Verzicht auf Zigaretten sind aus Sicht der Medizin-Expertin der beste Schutz gegen einen Herzinfarkt. (eb)

[21.12.2013, 16:52:35]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nicht nur in den Kliniken ist die Hölle los!
Gestern, Freitag kurz vor 14.00 Uhr (Sprechstunde von 7.30-14.00): Patientin Ende 40, in Trennungssituation, Umzug, Husten, verschleppte Bronchitis (wollte unbedingt arbeiten gehen!), Überforderungs- und Erschöpfungssyndrom. Hat jetzt Angst vor Pneumonie. Leicht verschärftes Atemgeräusch, diskrete trockene RG's, eher retrosternaler Schmerz. Untersuchung, Beratung, Beruhigung (Pat. bricht in Tränen aus). Bronchospasmolyse gezeigt und Versorgung aus dem Musterschrank. Reaktive Refluxbehandlung mit PPI.

Nächster Patient 26 Jahre alt, männlich. "Ey Alter, isch hab' voll die Panik mit de Brustschmerz und so. Kann'se mal checken, ob Herz alles in Ordnung und so?"

Die letzte (Vertretungs-)Patientin mit Sohn, 14 Jahre alt und zusätzlich mit dem Kind einer Freundin, 6 Jahre alt: Zustand nach Magenspieglung (ÖGD) auswärts mit Z. n. Helicobacter pylori Eradikation (Triple-Therapie) bei dem Jugendlichen. "Wann war denn die Magenspiegelung?" frage ich. Mutter und Sohn beide: "Wann??? - keine Ahnung". "Ja, ungefähr welches Datum?", frage ich. Wir einigen uns schließlich auf vor 14 Tagen. Der Sohn bekommt nochmal PPI verordnet, da er vergessen hatte (hiv=hab' ich vergessen) bei s e i n e m Hausarzt am Vortag nochmal zur Kontrolle zu erscheinen.
Das Begleitkind klagt über unspezifische, periumbilikale Schmerzen, war aber im Wartezimmer äußerst lebhaft dabei, alle Spielsachen durcheinanderzuwirbeln.

Zurück bei meiner MFA am Empfang kommt plötzlich das Allerwichtigste: Beide brauchen fürs „Krankfeiern“ am letzten Schultag eine ä r z t l i c h e Bescheinigung. Aber sie mussten auch erst mal bis zum späten Frühstück ausschlafen - und die Mutter konnte wegen einer angeblichen Küchenreparatur nicht früher zum Arzt kommen.

"Fröhliche Weihnachten", auch in der Praxis! Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[18.12.2013, 19:36:06]
Guido Fleger 
Fett ist nicht gleich Fett
Wozu »Ernährung mit wenig tierischen Fetten«?
Es gibt nichts herzgesünderes als fetten Fisch! zum Beitrag »

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