Ärzte Zeitung, 19.01.2007

Nutzen des Knöchel-Arm-Indexes bestätigt

Mit dem Index lässt sich das Myokardrisiko bei arterieller Verschlusskrankheit bewerten

ULM (ple). Der Knöchel-Arm-Index eignet sich gut, um das Risiko für einen Myokardinfarkt bei arterieller Verschlusskrankheit (AVK) zu bestimmen. Das bestätigt eine prospektive deutsche Studie. Zudem ist der Index für ein Screening auf AVK geeignet.

Aufgrund dieser Ergebnisse und der Tatsache, dass die meisten Studienteilnehmer asymptomatisch waren, befürworten Wissenschaftler um Professor Wolfgang Koenig von der Universität Ulm das Screening auf arterielle Verschlusskrankheit durch Hausärzte.

Die Arbeitsgruppe hat Daten des MONICA-Projekts, einer prospektiven Studie mit mehr als 1300 Teilnehmern, über 13 Jahre ausgewertet. Sie stellte fest, dass das Risiko für einen Myokardinfarkt um 22 Prozent erhöht ist, wenn der Knöchel-Arm-Index (ABI, Ankle Brachial-Index) um 0,1 Einheiten vermindert ist. Als pathologischer Befund gelten Werte unter 0,9.

Wie die Kollegen berichten, bedeuten zudem eine ABI-Abnahme um 0,1 ein um 35 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und ein um 32 Prozent erhöhtes Sterberisiko (Eur Heart J 27, 2006, 2580).

Bekanntlich ist die Bestimmung des Indexes eine wichtige Screening-Methode, um Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko zu entdecken. Denn der Zusammenhang zwischen der arteriellen Verschlusskrankheit und einem deutlich erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wurde bereits in vielen Studien belegt.

Zur Bestimmung des ABI wird der Blutdruck am Oberarm gemessen und am Knöchel mit Hilfe eines Dopplers bestimmt. Dann wird der am Knöchel gemessene Wert durch den am Arm gemessenen Wert geteilt.

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