Ärzte Zeitung online, 17.11.2017

Welt-Frühgeborenen-Tag

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt. Vor allem Frauen mit verkürztem Zervix schützt eine vaginale Hormonapplikation davor.

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Fußmassage beim Frühchen. Ene Studie bestätigt nun: Bei Frauen mit verkürztem Muttermund lässt sich das Frühgeburtsrisiko durch vaginale Hormonapplikation senken.

© Christ Media

PHILADELPHIA. US-Wissenschaftler haben in einer großen Metaanalyse Daten aller erhältlichen Studien ausgewertet, die sich mit dem Thema Frühgeburt und Progesteronspiegel, beziehungsweise Progesteron-Applikation befasst haben. In die Studienpopulation wurden Schwangere aufgenommen, bei denen im zweiten Trimester sonografisch ein auf unter 25 mm verkürzter Gebärmuterhals vorlag.

Die jetzt in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics & Gynecology" (dx.doi.org/10.1016/j.ajog.2017.11.576) publizierten Ergebnisse sind eindeutig: Die vaginale Hormon-Applikation reduziert die Rate an Frühgeburten vor der 33. Woche bei Frauen mit verkürztem Zervix deutlich. Damit verbunden war zudem, dass es weniger Atemwegsprobleme, weniger Kinder mit einem Geburtsgewicht sowohl unter 2500 als auch unter 1500 Gramm und eine verringerte Mortalität gab.

In der Gruppe mit vaginaler Progesteron-Applikation starben sieben Neugeborene, in der Placebogruppe waren es 14. Negative Effekte wurden weder bei den Müttern noch bei den Kindern – etwa in der neuronalen Entwicklung nach zwei Jahren – festgestellt.

Für Studienleiter Professor Roberto Romero, Chef der Gynäkologischen Klinik am Kings College London, zeigt die Metaanalyse auf, dass die vaginale Progesteron-Applikation in die klinische Praxis integriert werden sollte, zusammen mit einem Screening der Zervixlänge, um so die Frühgeborenenrate und Morbidität und Mortalität bei "Frühchen" zu senken. (run)

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