Ernährung

Mit Müsli gegen Menopause

Zerealien, Tofu und Nüsse könnten eine besondere Art Superfood sein: Frauen, die große Mengen an pflanzlichen Proteinen zu sich nehmen, haben offenbar ein geringeres Risiko einer vorzeitigen Menopause.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Müsli, Mandeln und Nüsse gehören zu den proteinreichen Nahrungsmitteln.

Müsli, Mandeln und Nüsse gehören zu den proteinreichen Nahrungsmitteln.

© Evrymmnt / stock.adobe.com

AMHERST/USA. Bisher gab es noch keine Studie, in der der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Nahrungsmitteln reich an pflanzlichen beziehungsweise tierischen Proteinen und dem Beginn der Menopause untersucht wurde. Deshalb haben Maegan E. Boutot von der University of Massachusetts in Amherst und ihre Kollegen Daten der im Jahre 1989 begonnenen Nurses‘ Health Study (NHS) II ausgewertet (Am J Epidemiol 2018; 187: 270–277).

Im Fokus standen Fragebogen, die zwischen 1991 und 2011 ausgefüllt worden waren. Von fast 86.000 Teilnehmerinnen, die für die aktuelle Studie geeignet waren, hatten 2041 einen vorzeitigen Eintritt der Menopause, und zwar zwischen der ersten Fragebogenaktion 1991 und dem Alter von 45 Jahren.

Harvard-Fragebogen FFQ

Informationen zur Proteinaufnahme wurden mithilfe des Fragebogens FFQ (Harvard food frequency questionnaire) ermittelt, und zwar erstmals 1991 und danach alle vier Jahre. Die Krankenschwestern wurden befragt, wie oft sie sich von bestimmten Nahrungsmitteln im vergangenen Jahr ernährt hatten.

Sie konnten aus einer Liste von 131 Produkten wählen. Antwortmöglichkeiten reichten von niemals oder weniger als einmal pro Monat bis zu mehr als sechsmal pro Tag.

Die Forscher berechneten aufgrund der Angaben die Gesamtaufnahme an Proteinen sowie die an pflanzlichen und tierischen Proteinen als prozentualen Anteil der aufgenommenen Kalorien. Als mögliche Einflussfaktoren dokumentierten sie regelmäßige Angaben unter anderem zu Stilldauer, körperlicher Aktivität, BMI, Rauchen und Alkoholkonsum.

Analyse des pflanzlichen Eiweißes

Die Studiengruppe wurde in Bezug auf die verzehrte Menge an pflanzlichen Proteinen in Quintilen eingeteilt.

Wie Boutot und ihre Kollegen berichten, hatten Frauen der höchsten Aufnahme im Vergleich zur niedrigsten Quintilengruppe ein um 16 Prozent niedrigeres Risiko für einen vorzeitigen Beginn der Menopause (Hazard Ratio [HR]: 0,84; 95%-Konfidenzintervall: 0,73–0,98; p-Trend: 0,02). Einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr an tierischen Proteinen und vorzeitiger Menopause stellten die Autoren nicht fest (HR: 1,02; 95%-Konfidenzintervall: 0,87–1,18; p-Trend: 0,74).

Sie berechneten, dass bei einer Zunahme des Verzehrs an pflanzlichen Proteinen um jeweils 1 Prozent die Wahrscheinlichkeit für eine vorzeitige Menopause um 6 Prozent verringert wurde (HR: 0,94; 95%-Konfidenzintervall: 0,90–0,99).

Bei Frauen, die einen sehr hohen Anteil an Kalorien von 9 Prozent durch den Verzehr von pflanzlichen Proteinen deckten, sei die Wahrscheinlichkeit für eine frühe Menopause – im Vergleich zu einem Anteil von weniger als 4 Prozent – sogar noch niedriger gewesen (HR: 0,41; 95%-Konfidenzintervall: 0,19–0,88). Allerdings hätten sich nur sehr wenige Frauen so ernährt.

33 g pflanzliche Proteine pro Tag

Insgesamt betrachtet hatten Frauen, die etwa 6,5 Prozent ihrer täglichen Kalorienzufuhr durch pflanzliche Proteine deckten, im Vergleich zu denjenigen Frauen, bei denen der Anteil nur bei 4 Prozent lag, ein um 16 Prozent geringeres Risiko für eine vorzeitige Menopause.

Das entspricht nach Angaben der US-Wissenschaftler bei einer Frau mit einer 2000-Kalorien-Diät einer Aufnahme von 32,5 Gramm pflanzlicher Proteine pro Tag – oder drei bis vier Mahlzeiten aus proteinreichen Nahrungsmitteln wie Zerealien, Tofu und Nüssen.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

© Steffen Kögler / stock.adobe.com

Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen