Ärzte Zeitung, 05.09.2016
 

Gelbfieber

7,7 Millionen Menschen im Kongo geimpft

JOHANNESBURG. Die bislang größte Gelbfieber-Impfkampagne in Afrika hat innerhalb von zwei Wochen 7,7 Millionen Menschen in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa erreicht. Normalerweise bräuchte man dafür einen Vorlauf von bis zu sechs Monaten, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Diese Impfkampagne sei aber innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt worden.

 Der Schwerpunkt liegt auf Kinshasa, um einen Ausbruch der aus Angola eingeschleppten Epidemie in der 10-Millionen-Metropole zu verhindern. Weil es weltweit nicht genügend verfügbare Reserven gibt, bekamen 7,3 Millionen Menschen im Rahmen der jetzigen Notfallimpfungen nur ein Fünftel der normalen Impfstoffdosis. Damit lässt sich den Angaben zufolge zumindest ein Schutz für ein Jahr gewährleisten.

An der Kampagne waren auch das Rote Kreuz, Ärzte ohne Grenzen und das UN-Kinderhilfswerk Unicef beteiligt. Der Epidemie sind bereits über 400 Menschen zum Opfer gefallen, Tausende sollen sich angesteckt haben. Experten gehen davon aus, dass wegen der schlechten Gesundheitssysteme nur ein Bruchteil der Erkrankungen gemeldet wurde. Gelbfieber verursacht meist Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, kann aber auch tödlich enden. Übertragen wird es von Aedes-Stechmücken, die zum Beispiel auch Zika verbreiten. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »

Weltärztebund und Papst im Dialog zur Palliativmedizin

Seltene Kooperation: Weltärztebund und Papst sprechen sich für ein Sterben in Würde aus, aber gegen Euthanasie und assistiertem Selbstmord. mehr »