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Toiletten auf Flughäfen

Ein Hort für gefährliche Bakterien

Gefährliche Keime reisen mit dem internationalen Flugverkehr von einem Kontinent zum anderen. Eine Studie ergab: Besonders in Flughafen-Toiletten machen sie sich breit. Wir erklären, welche Stellen hochbelastet sind.

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"Egal an welchem Ort beziehungsweise Örtchen: Das gründliche Händewaschen nach der Toilettenbenutzung ist ein Muss", erklärt Hygiene-Experte Prof. Karsten Becker.

"Egal an welchem Ort beziehungsweise Örtchen: Das gründliche Händewaschen nach der Toilettenbenutzung ist ein Muss", erklärt Hygiene-Experte Prof. Karsten Becker.

© megastocker / Fotolia

MÜNSTER. Flughäfen sind auch für Bakterien ein Umsteigepunkt, berichten Wissenschaftler der Westfälischen-Universität Münster (WWU) und des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie haben weltweit von inneren Türklinken vieler Toilettenkabinen Abstriche genommen.

Daraus wurden viele Keime und zum Teil auch gefährliche Antibiotika-resistente Keime isoliert, berichtet die Universität Münster in einer Mitteilung. Die Bakterien reisen dabei als blinde Passagiere quer durch die Welt, zum Beispiel von Indien nach Frankreich (Clinical Microbiology and Infection 2016; online 23. September).

Fast 140 Flughäfen untersucht

Insgesamt haben die Forscher um Dr. Frieder Schaumburg und Professor Karsten Becker vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster 400 Türklinken von 136 Flughäfen in 59 Ländern auf Keime untersucht. Die Abstriche stammen aus der Zeit von Dezember 2012 bis November 2015.

Die inneren Türgriffe der Toilettenkabinen eignen sich besonders als Untersuchungsobjekt: "Eine Türklinke wird von einer Vielzahl an Menschen genutzt. Zudem ist sie der letzte Kontakt, den die Besucher nach dem Toilettengang haben, bevor sie sich die Hände waschen. Die Türklinke ist dann besonders mit Keimen beispielsweise der Haut und des Darms belastet", wird Schaumburg in der Mitteilung zitiert.

Von den Türklinken-Abstrichen wurden die daran haftenden Keime auf Spezialnährmedien angezüchtet und identifiziert. Die Forscher analysierten die Spezies und das Erbgut jedes gefundenen Erregers.

Besonders häufig fanden sie den Staphylococcus aureus, der mit 5,5 Prozent etwa bei jeder zwanzigsten Probe auftrat, gefolgt von Stenotrophomonas maltophilia (2 Prozent) und Acinetobacter baumannii (1,3 Prozent). Einige dieser Erreger wiesen Resistenzen auf.

Resistente Superkeime mit im Gepäck

Die Annahme der Forscher, dass Fluggäste auch sogenannte multiresistente "Superkeime" von Reisen in ferne Länder in ihr Heimatland mitbringen können, wird durch die Funde bestätigt. "Einer der gefundenen MRSA-Erreger, festgestellt in einer Probe aus Paris, war höchst ungewöhnlich für diese Region. Hauptsächlich kommt er in Indien vor. Er muss also vom Menschen dorthin gebracht worden sein", erläutert Becker.

Das Brisante daran: Methicillin-resistente Staph. aureus-Erreger (MRSA) sind eine erhebliche Gefahr für den Menschen, denn sie können zu Infektionen an verschiedensten Stellen des Körpers führen. Dabei sind diese Erreger resistent gegen die am besten wirksamen Antibiotika, wie Penicillin und verwandte Substanzen.

Auch wenn die gefundene Belastung der untersuchten Türklinken insgesamt gering ist: Die Studie aus Berlin und Münster belegt, dass international reisende Fluggäste gefährliche Erreger – bis hin zu "Superkeimen" – erwerben und verbreiten können.

Plädoyer für gute Hygiene

Das Fazit der Autoren: "Egal an welchem Ort beziehungsweise Örtchen: Das gründliche Händewaschen nach der Toilettenbenutzung ist ein Muss", empfiehlt Becker.

Und weiter: "Auf öffentlichen Toiletten sollte der Hautkontakt mit Oberflächen so gering wie möglich gehalten werden und die alternative Nutzung eines alkoholischen Händedesinfektionsmittels anstatt von Seife ist hier – nicht aber im normalen häuslichen Umfeld – sinnvoll." (eb)

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