Kommentar – Tuberkulose-Bericht des RKI

Fortschritt gerät ins Stocken

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Tuberkulose ist eine Armutskrankheit und gehört weltweit immer noch zu den zehn häufigsten Todesursachen. Zehn Millionen TB-Kranke und 1,7 Millionen TB-Tote hat die WHO 2016 registriert.

Die großen Zahlen verstellen allerdings den Blick darauf, dass die Sterberate durch standardisierte Therapien mit Tuberkulostatika-Kombinationen seit dem Jahr 2000 deutlich zurückgegangen ist.

Doch der Fortschritt stockt: Der Anteil von Erkrankungen mit resistenten Erregern steigt, mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Sind die Tuberkelbakterien gegen die beiden Standardmedikamente Rifampicin und Isoniazid unempfindlich, sinken die Heilungs-Chancen auf nur noch 54 Prozent.

Und nur jeder fünfte Patient mit solcher „multi-drug-resistant“ (MDR)-TB bekommt nach WHO-Angaben auch die erforderlichen Arzneien. Die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien hat daher höchste Priorität. Hilfsorganisationen und WHO beklagen dabei immer wieder, dass Ressourcen dafür fehlen.

In Deutschland ist TB zum Glück selten, aber auch wir können uns nicht von der globalen Entwicklung abschotten. Aufmerksamkeit ist wichtig: Bei Patienten mit entsprechenden Symptomen oder besonderen Infektionsrisiken ist TB immer in Betracht zu ziehen.

Lesen Sie dazu auch: Neuer RKI-Bericht: Nicht nur resistente Tuberkulose-Erreger bereiten Sorge

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KI verweigert Assistenz beim Suizid

Fallbeispiel: ChatGPT empfahl ärztliche Hilfe bei Psychose

Team- und Patientenschutz

Hygieneplan für die Praxis – was zählt!

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Illustration eines Kolonkarzinoms

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?