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Ärzte Zeitung online, 17.04.2019

Angeborene Herzfehler

Rauchende Väter schaden dem Ungeborenen

Väter, die während der Schwangerschaft ihrer Partnerin rauchen, können damit ihrem ungeborenen Kind schaden. Es gibt Hinweise darauf, dass der Tabakrauch eine Gefahr für das Herz des Kindes ist.

Rauchende Väter schaden dem Ungeborenen

Gefahr Tabakrauch: Schwangere Frauen wird geraten, sich von Rauchern fernzuhalten.

© nito / stock.adobe.com

CHANGSHA. Wenn Männer während der Schwangerschaft ihrer Frau rauchen, kann dies das Risiko für Herzfehler beim ungeborenen Kind erhöhen. Auch den werdenden Müttern schadet das Passivrauchen, so das Ergebnis einer Metaanalyse.

Für diese verglichen die Forscher um Dr. Jiabi Qin von der Central South University Changsha in China 125 Studien, die auf Daten von 137.574 Babys mit angeborenen Herzfehlern und 8,8 Millionen werdenden Eltern basieren (Eur J Prev Cardiol 2019; online 23. März).

Angeborene Herzfehler sind die Hauptursache für Totgeburten. 8 von 1000 Kindern weltweit sind von Herzfehlern betroffen. Auch wenn sich ihre Prognose und Lebensqualität durch Operationen verbessern kann, bleiben lebenslange Auswirkungen.

Autor Qin rät den Vätern dringend, mit dem Rauchen aufzuhören. Dem Tabakrauch der Väter konstant ausgesetzt zu sein, schade den Babys anscheinend sogar mehr als werdende Mütter, die selbst rauchen, sagt er in einer Mitteilung der European Society of Cardiology (ESC). Zudem komme es häufiger vor, dass werdende Väter rauchen, als dass Schwangere selbst zur Zigarette greifen.

Rauchen vor Schwangerschaft nicht mit erhöhtem Risiko assoziiert

Erstmals wurde in einer Metaanalyse die Rauchbelastung in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft untersucht. Bei Frauen war das Rauchen während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko assoziiert, ein Kind mit einem Herzfehler zu bekommen.

Das Rauchen vor der Schwangerschaft war dagegen nicht mit einem erhöhten Risiko assoziiert. Anders das Passivrauchen der Frau: Es war nicht nur während, sondern auch vor der Schwangerschaft gefährlich für die Entwicklung des Babys.

Alle Arten des elterlichen Rauchens waren mit einem erhöhten Risiko für Herzfehler beim ungeborenen Kind assoziiert: Rauchten die werdenden Väter, stieg es um 74 Prozent.

Beim Passivrauchen der Mütter unter Berücksichtigung weiterer Raucher, zum Beispiel am Arbeitsplatz, an öffentlichen Orten oder zu Hause, stieg es um 124 Prozent und beim Rauchen der werdenden Mütter selbst um 25 Prozent im Vergleich zu Nichtrauchern.

"Von Rauchern fernhalten"

„Frauen sollten mit dem Rauchen aufhören, bevor sie versuchen, schwanger zu werden, um sicherzustellen, dass sie rauchfrei sind, wenn sie schwanger werden“, sagt Qin in der ESC-Mitteilung. „Es ist außerdem wichtig, dass sie sich von Rauchern fernhalten.“

Bezüglich verschiedener Arten von Herzfehlern ergab die Metaanalyse Folgendes: Bei rauchenden Müttern war das Risiko für einen Vorhofseptumsdefekt beim Kind im Vergleich zu Nichtrauchern um 27 Prozent erhöht.

Das Risiko für eine rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion war um 43 Prozent erhöht, wenn die werdende Mutter rauchte. (sj)

Mehr Infos zur Kardiologie auf www.kardiologie.org

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