Ärzte Zeitung, 24.11.2005

In Flugangst-Seminaren sitzen besonders viele Vielflieger

Meist wird erst nach sechs Jahren Hilfe gesucht

DÜSSELDORF (ug). Die meisten Menschen, die in Flugangst-Seminaren Hilfe suchen sind Vielflieger (62 Prozent). Dieses Ergebnis einer Umfrage bei 70 Teilnehmern an Seminaren des Deutschen Flugangst-Zentrums in Nieder-Wiesen hat Marc-Roman Trautmann in Düsseldorf vorgestellt.

Ihr erster Flug: zwei junge Frauen beim Abschlußflug eines Flugangst-Seminars. Foto: dpa

Diese Menschen sind jahrelang problemlos geflogen und haben plötzlich, ohne erkennbaren oder nachvollziehbaren Grund Angst im Flugzeug bekommen. Weitere 34 Prozent der Seminar-Teilnehmer haben einmal eine kritische Situation erlebt, darunter sind viele Flugbegleiter. Nur vier Prozent sind aus Angst noch nie geflogen und suchen Hilfe vor ihrem ersten Flug.

"Bei Flugangst wartet man viel zu lang mit einer Therapie", so der Psychologe, der das Flugangst-Zentrum leitet. Denn über zwei Drittel der Betroffenen, die an den Seminaren teilnehmen, litten seit sechs Jahren oder länger an der Angst. Das sei problematisch, denn hinter Flugangst stecke immer eine andere Angst, sagte Trautmann. "Flugangst gibt’s nicht."

Das Flugangst-Zentrum wird im Januar am Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt ein "Service-Büro Fliegen" einrichten. Hier wird es nicht nur Auskunft über Flugangst-Seminare geben, sondern auch Hilfe und Tips vor einem Flug.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So alt sind die Ärzte in Deutschland

Fast jeder dritte niedergelassene Arzt in Deutschland ist jenseits der 60. Wir zeigen in Grafiken, in welchen Fachbereichen die Vergreisung besonders stark ist. mehr »

Deutschland will Zuckerberg bezwingen

Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesundheitsbewusste Ernährung, so die Kritik beim 2. Zuckerreduktionsgipfel. Die Politik will eingreifen. mehr »

Riskanter Psychopharmaka-Einsatz in Altenheimen?

Wie oft bekommen Bewohner deutscher Altenheime beruhigende Medikamente? Diese Frage widmet sich eine jetzt Studie. Anscheinend liegt manches im Argen. mehr »