Ärzte Zeitung, 16.02.2004

Sieben Stunden Schlaf pro Nacht sind für die Gesundheit ideal

Langschläfer haben kürzere Lebenserwartung / Große Studie aus Japan

NAGOYA (ug). Der übliche ärztliche Rat, acht Stunden pro Nacht zu schlafen, ist passé. An Werktagen sind sieben Stunden Schlaf ideal. Denn Menschen, die sieben Stunden pro Nacht schlafen, haben eine signifikant höhere Lebenserwartung als Lang- oder Kurzschläfer.

Über 100 000 Japaner im Alter zwischen 40 und 79 Jahren haben Dr. Akiko Tamakoshi und Dr. Yoshiyuki Ohno von der Universität von Nagoya nach ihren Schlafgewohnheiten an Werktagen befragt. Zehn Jahre lang wurde dann der Gesundheitszustand der Probanden beobachtet, wie die Forscher in der Zeitschrift "Sleep" (27, 2004, 51) berichten.

Die höchste Lebenserwartung hatten der Studie zufolge Menschen, die zwischen 6,5 und 7,5 Stunden schlafen. Bei einem Schlafpensum von acht Stunden stieg das Mortalitätsrisiko schon signifikant.

Auch Menschen, die deutlich weniger schlafen, haben eine geringere Lebenserwartung. Doch hier ist der Zusammenhang nicht so stark. Erst bei einer Schlafdauer von weniger als 4,5 Stunden pro Nacht ist der Unterschied signifikant.

In einem Kommentar wertet der Psychiater Professor Daniel F. Kripke von der University of California in San Diego die Studie als sehr überzeugend (Sleep 27, 2004, 13). Vor allem, weil Faktoren, die Schlafdauer und Lebenserwartung beeinflussen, berücksichtigt worden seien, etwa Depression oder Adipositas.

Wissenschaftler aus Großbritannien haben übrigens vor zwei Jahren in einer Studie mit einer Million Teilnehmern den gleichen Zusammenhang festgestellt und empfehlen sieben Stunden Schlaf.

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