Ärzte Zeitung, 25.08.2005

Guter Schlaf vor Operation ohne Hang-over

Opipramol fördert das Ein- und Durchschlafen / Empfohlen werden 100 mg abends

FRANKFURT am MAIN (nsi). In der Nacht vor einer Operation sind die Patienten oft unruhig und können schlecht schlafen. Mit 100 bis 150 mg Opipramol schlafen Betroffene besser ein, schlafen besser durch und sind am Morgen vor der Op erholter als mit Placebo. Das hat eine Studie ergeben.

Einer Frau steht eine Operation wegen Brustkrebs bevor, einem Herzkranken müssen mehrere Bypässe gelegt werden - die Unruhe und die Ängste, die die meisten Patienten kurz vor einem größeren chirurgischen Eingriff haben, sind verständlich.

Deshalb gehört ein schlafförderndes Medikament im Allgemeinen zur Prämedikation am Vorabend. Es soll anxiolytisch wirken und den Nachtschlaf fördern, ohne einen Hang-over-Effekt hervorzurufen. Opipramol (Insidon®) erfüllt diese Anforderungen, wie klinische Untersuchungen ergeben haben.

Professor Michael Hüppe von der Universität Lübeck hat gemeinsam mit Kollegen Studien zu unterschiedlichen Dosierungen von Opipramol gemacht. Je 72 Frauen erhielten in zwei verschiedenen Untersuchungen entweder 50, 100 oder 150 mg des Medikamentes am Abend vor der Operation, oder Placebo. Am Morgen danach wurden die Frauen über einen Schlaf-Fragebogen nach ihrem Nachtschlaf und ihrem aktuellen Befinden befragt.

In beiden Studien habe Opipramol den Schlaf gefördert, berichtete Hüppe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Frankfurt. "Die subjektive Schlafqualität war besser", so der Forscher. Die Patientinnen der Verumgruppen mit 100 mg oder 150 mg seien früher eingeschlafen, hätten kürzer nachts wachgelegen und sich am anderen Morgen frischer gefühlt als die Frauen mit der niedrigeren Medikamentendosis oder mit Placebo.

20 Prozent der Frauen in den Verumgruppen hätten angegeben, unter Opipramol sogar besser geschlafen zu haben als zu Hause. Auch hatten Frauen, die am Abend vor ihrer Operation Opipramol eingenommen hatten, weniger Ängste als Frauen mit Placebo. Substanzbedingte Sedierungen durch einen Hang-over-Effekt traten nach Angaben von Hüppe nicht auf.

Opipramol ist ein stimmungsaufhellendes Anxiolytikum und zur Behandlung von somatoformen Störungen und generalisierter Angststörung zugelassen. Die Substanz habe sich in den Studien auch bei Einmal-Einnahme als angstlösend und schlaffördernd erwiesen, so Hüppe. Vor einer Operation sei die Einnahme in einer Dosis von 100 mg zu empfehlen.

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