Direkt zum Inhaltsbereich

Guter Schlaf vor Operation ohne Hang-over

FRANKFURT am MAIN (nsi). In der Nacht vor einer Operation sind die Patienten oft unruhig und können schlecht schlafen. Mit 100 bis 150 mg Opipramol schlafen Betroffene besser ein, schlafen besser durch und sind am Morgen vor der Op erholter als mit Placebo. Das hat eine Studie ergeben.

Veröffentlicht:

Einer Frau steht eine Operation wegen Brustkrebs bevor, einem Herzkranken müssen mehrere Bypässe gelegt werden - die Unruhe und die Ängste, die die meisten Patienten kurz vor einem größeren chirurgischen Eingriff haben, sind verständlich.

Deshalb gehört ein schlafförderndes Medikament im Allgemeinen zur Prämedikation am Vorabend. Es soll anxiolytisch wirken und den Nachtschlaf fördern, ohne einen Hang-over-Effekt hervorzurufen. Opipramol (Insidon®) erfüllt diese Anforderungen, wie klinische Untersuchungen ergeben haben.

Professor Michael Hüppe von der Universität Lübeck hat gemeinsam mit Kollegen Studien zu unterschiedlichen Dosierungen von Opipramol gemacht. Je 72 Frauen erhielten in zwei verschiedenen Untersuchungen entweder 50, 100 oder 150 mg des Medikamentes am Abend vor der Operation, oder Placebo. Am Morgen danach wurden die Frauen über einen Schlaf-Fragebogen nach ihrem Nachtschlaf und ihrem aktuellen Befinden befragt.

In beiden Studien habe Opipramol den Schlaf gefördert, berichtete Hüppe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Frankfurt. "Die subjektive Schlafqualität war besser", so der Forscher. Die Patientinnen der Verumgruppen mit 100 mg oder 150 mg seien früher eingeschlafen, hätten kürzer nachts wachgelegen und sich am anderen Morgen frischer gefühlt als die Frauen mit der niedrigeren Medikamentendosis oder mit Placebo.

20 Prozent der Frauen in den Verumgruppen hätten angegeben, unter Opipramol sogar besser geschlafen zu haben als zu Hause. Auch hatten Frauen, die am Abend vor ihrer Operation Opipramol eingenommen hatten, weniger Ängste als Frauen mit Placebo. Substanzbedingte Sedierungen durch einen Hang-over-Effekt traten nach Angaben von Hüppe nicht auf.

Opipramol ist ein stimmungsaufhellendes Anxiolytikum und zur Behandlung von somatoformen Störungen und generalisierter Angststörung zugelassen. Die Substanz habe sich in den Studien auch bei Einmal-Einnahme als angstlösend und schlaffördernd erwiesen, so Hüppe. Vor einer Operation sei die Einnahme in einer Dosis von 100 mg zu empfehlen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

α-Synuclein-Abbau fördern

Parkinson: Wieso guter Schlaf besonders präventiv wirkt

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpassungsvorgänge brauchen Zeit

Höhenkrankheit bei Kindern und Jugendlichen: Das gilt es zu beachten

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram