Ärzte Zeitung, 06.10.2005

Erfolg ambulanten Alkoholentzugs

LONDON (mut). Eine ambulante Betreuung von Alkoholikern spart der Gesellschaft fünfmal mehr Geld als sie kostet - zumindest in Großbritannien. Das berichten britische Forscher (BMJ 331, 2005, 541).

In ihrer Studie nahmen 742 Alkoholkranke an zwei verschiedenen Formen von Verhaltenstherapie teil, in denen sie zum Alkoholverzicht motiviert wurden und die ihnen halfen, soziale Netzwerke aufzubauen, die sie beim Alkoholverzicht unterstützten.

Das Ergebnis: Mit den Verhaltenstherapien stieg der Anteil abstinenter Tage von zu Beginn etwa 30 Prozent auf über 45 Prozent nach einem Jahr, und der Alkoholkonsum reduzierte sich um etwa ein Drittel.

Gleichzeitig sanken die Kosten für Klinikaufenthalte, Gerichtsverfahren und ärztliche Betreuung aufgrund der Alkoholkrankheit von im Schnitt 3600 Euro pro Person in den sechs Monaten vor Studienbeginn auf 2300 Euro in den sechs Monaten danach - eine Ersparnis von 1300 Euro. Die Kosten für die Verhaltenstherapien lagen dagegen bei 260 Euro - also nur bei einem Fünftel.

Topics
Schlagworte
Suchtkrankheiten (3104)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »