Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 05.05.2015

Studie zeigt

Radiofrequenztherapie hilft gegen Fersenschmerz

Bei plantarem Fersenschmerz werden viele Methoden empfohlen. Doch evidenzbasierte Daten sind rar. Forscher aus Shanghai sind das Problem jetzt erneut angegangen - mit Erfolg.

SHANGHAI. Plantarer Fersenschmerz ist kein seltenes Phänomen, die Prävalenzraten reichen von 3,6 bis 7,5 Prozent. Für die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen wie Einlagen, lokaler Kortikoidtherapien oder Stretching des M. gastrocnemius zur Verminderung von Kontrakturen gibt es nur geringe Evidenz.

In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 100 Patienten haben Le Ye und Kollegen von der Universität Shanghai nun versucht, die Patienten von ihrem Fersenschmerz zu befreien, indem sie Triggerpunkte des M. gastrocnemius inaktivierten, um den Wadenmuskel zu entlasten.

Bei einem Teil der Patienten wurde der M. gastrocnemius mit ultraschallgeführter gepulster Radiofrequenztherapie (UG-PRF) behandelt, die Probanden der Kontrollgruppe erhielten eine Scheinbehandlung.

Die Beschwerden wurden anhand des Foot Health Status Questionnaire (FHSQ-Pain) und der visuellen Analogskala (VAS-"first-step" pain) beurteilt. Nach Lokalisation des Triggerpunkts wurden zur Lokalanästhesie 3 ml 0,5% Levobupivacain injiziert.

Die PRF unter Ultraschallkontrolle erfolgte bei 42°C für fünf Minuten einmal pro Woche über insgesamt drei Wochen. Lagen mehrere Triggerpunkte vor, wurde die Behandlung wiederholt. In der Kontrollgruppe erfolgten die gleichen Schritte, bis auf die Zufuhr der Radiofrequenzenergie.

Schmerzreduktion um 87 Prozent

Drei Monate nach UG-PRF-Therapie hatten so Behandelte im FHSQ-pain-Score (0 bis 100 Punkte) im Vergleich zu Patienten mit Scheinbehandlung 20 Score-Punkte weniger, nach sechs Monaten 18 Punkte weniger (Pain Med 2015; online 26. Februar).

Dies entspricht einer Schmerzreduktion im Vergleich zum Ausgangswert um 87 Prozent (versus 47 Prozent in der Kontrollgruppe) nach drei Monaten und um 71 Prozent (versus 34,5 Prozent in der Kontrollgruppe) nach sechs Monaten.

Die Werte auf der VAS-"first-step" pain hatten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe um 26,1 mm nach drei Monaten und 14,3 mm nach sechs Monaten verbessert. Dies entspricht einer Schmerzreduktion von 48 versus 15 Prozent sowie 40 und 23 Prozent.

Auch die Funktion des Fußes sowie die allgemeine Fußgesundheit hatten sich nach drei Monaten im Vergleich zur Scheinbehandlungsgruppe gebessert (FHSQ-foot function 42 versus 6 Prozent; FHSQ-general foot health 51 versus 26 Prozent), ebenso die körperliche Funktionsfähigkeit nach drei und sechs Monaten im SF-36 (UG-PRF 11 beziehungsweise 10 Punkte mehr als in der Kontrollgruppe).

Auf der psychischen Ebene ergaben sich dagegen keine Unterschiede. Insgesamt wurden keinerlei Komplikationen beobachtet.

Ye und Kollegen schließen aus ihrer Studie, dass die UG-PRF-Therapie bei plantarem Fersenschmerz effektiv als auch sicher ist. (St)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »