Ärzte Zeitung, 16.04.2015

"Handynacken"

Wirbelsäule leidet unter Smartphone-Nutzung

LEIPZIG. Mit dem ungebrochenen Siegeszug von Smartphones und Tablet-Computern hat seit einiger Zeit auch ein neues Krankheitsbild Einzug gehalten: Der so genannte "Handynacken", teilt die Uniklinik Leipzig (UKL) mit.

Wie US-Forscher Kenneth K. Hansraj in einer Studie nachgewiesen hat, wirken auf einen etwa vier bis sechs Kilo schweren Kopf eines Erwachsenen bei einer Neigung von etwa 15 Grad - wie etwa beim Lesen von E-Mails auf dem Handy - rund 13 Kilo zusätzlich auf die Wirbelsäule.

Je weiter der Kopf geneigt wird, desto größer sind die Kräfte. Die Folgen: Verspannungen, frühzeitiger Verschleiß der Wirbel, Abnutzung - im schlimmsten Fall drohen operative Eingriffe, heißt es in einer Mitteilung des UKL.

"Die Studienergebnisse sind für uns als Praktiker nichts Neues, nun haben wir es aber Schwarz auf Weiß. Allerdings muss man diese Daten auch richtig einordnen, da es sich um biomechanische Modellstudien mit gewissen Vereinfachungen handelt", wird Professor Christoph-E. Heyde, Leiter des Bereichs Wirbelsäulenchirurgie der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL zitiert. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »