Ärzte Zeitung, 13.10.2006

Risedronat-Wochentablette nützt Männern mit Osteoporose

In Studie mit fast 300 Patienten nahm die Knochendichte mit dem Bisphosphonat zu / Frakturrate deutlich reduziert

BERLIN (ner). Die aktuelle Leitlinie des Dachverbandes Osteologie zur Osteoporose-Therapie berücksichtigt auch Männer. Aus gutem Grund: Denn Männer erkranken nach neuen epidemiologischen Daten zunehmend an Osteoporose.

Inzwischen liegen außerdem für Männer Studiendaten zu Bisphos-phonaten vor, sowohl bei primärer als auch bei sekundärer Osteoporose. Darauf hat der Osteologe Professor Johann D. Ringe aus Leverkusen beim Kongreß für Orthopädie und Unfallchirurgie hingewiesen.

So sei jetzt die Wochentablette mit Risedronat (Actonel® einmal wöchentlich 35 mg ) seit kurzem auch zur Therapie von Männern mit Osteoporose zugelassen. Ringe stellte bei einem von Sanofi-Aventis und Procter & Gamble unterstützten Symposium eine randomisierte und doppelblinde Studie mit 284 Männern mit Osteoporose vor. Zwei Drittel hatten 35 mg Risedronat wöchentlich erhalten, ein Drittel Placebo. Zusätzlich erhielten alle Patienten 1000 mg Kalzium täglich sowie 400 bis 500 Einheiten Vitamin D.

Zwei Jahre nach Therapiebeginn hatte die Knochendichte, gemessen an der Lendenwirbelsäule, in der Verum-Gruppe um 5,7 Prozent zugenommen, in der Placebo-Gruppe um 1,2 Prozent. Dieser Unterschied erreichte Signifikanzniveau.

Und: In der Bisphosphonat-Gruppe hatten 4,7 Prozent der Patienten eine Fraktur erlitten, in der Placebo-Gruppe 6,4 Prozent. Art und Häufigkeit unerwünschter Wirkungen waren in beiden Gruppen etwa gleich und entsprachen den Therapie-Erfahrungen bei Frauen, sagte Ringe.

Auch bei Männern sei Risedronat indiziert, wenn sie ein hohes Frakturrisiko haben. Kriterien für ein hohes Frakturrisiko sind etwa hohes Alter, Wirbelfrakturen in der Anamnese, Rauchen und Immobilität.

Die Osteoporose-Leitlinien im Internet: http://lutherhaus.de/osteo/leitlinien-dvo/index.php

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »