Ärzte Zeitung, 06.09.2012

Nerven-Resektion

Skalpell stoppt schnellen Samenerguss

Statt Lust nur Frust? Männern, die an einem vorzeitigen Samenerguss leiden, kann geholfen werden - mit einem Skalpell.

Skalpell stoppt schnellen Samenerguss

Keine lustvolle Nacht: Eventuell hilft das Skalpell.

© Bliznetsov / shutterstock

PEKING (rb). Mit einer selektiven Resektion der dorsalen Penisnerven von Männern mit vorzeitigem Samenerguss gelingt es, die Ejakulationskontrolle zu verbessern.

In einer chinesischen Studie haben sich 101 Männer mit Ejaculatio praecox einer elektiven Zirkumzision unterzogen, bei 41 wurden zudem die dorsalen Nerven des Penis selektiv reseziert (Int J Androl 2012, online 12. August).

Die intravaginale Ejakulationslatenzzeit verlängerte sich nach Resektion von im Mittel 1,1 Minuten auf 3,8 Minuten nach Op; auch konnten die Männer den Erguss besser kontrollieren.

In der Kontrollgruppe mit einfacher Beschneidung gab es keine Veränderungen. Erektile Funktion und sexuelle Zufriedenheit blieben von der Resektion unbeeinflusst.

Die Lösung: weniger Empfindlichkeit

Bei dem Eingriff folgt auf die Zirkumzision und vor dem Vernähen des inneren und äußeren Präputialblatts eine Inzision von 10 bis 2 Uhr (Steinschnittlage) in die Fascia profunda des Penisschafts unterhalb der Corona glandis.

Die distalen dorsalen Nervenäste werden präpariert, bei jedem zweiten Ast wird im Bereich des Sulcus coronarius glandis ein Segment von 0,5 cm Länge reseziert.

Danach wird die Inzision verschlossen und die Operation mit dem Vernähen der Präputialblätter beendet.

Durch Resektion von Nervengewebe werde die Glans penis unempfindlicher gemacht, so die Forscher. Sie gehen davon aus, dass die Hypersensitivität der Eichel zur vorzeitigen Ejakulation beiträgt.

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