Ärzte Zeitung, 23.04.2004

Treffen der Heilgötter in "Augusta Treverorum"

Im römischen Trier wurde außer Asclepius auch die weniger bekannte Sirona verehrt

Das Hochrelief der Sirona aus Hochscheid bei Trier. Die um ihren Arm gewundene Schlange weist Sirona eindeutig als Heilgöttin aus. Foto: Zühmer

In Trier, das sich rühmt, die älteste Stadt Deutschlands zu sein, begegnet man auf Schritt und Tritt den Spuren der Römer, die das von Kaiser Augustus im Jahre 16 v. Chr. gegründete "Augusta Treverorum" einst zur Hauptstadt des weströmischen Reichs bestimmten. Dabei lebt auch das römische Heilwesen wieder auf. Bemerkenswert vor allem sind jene Ausgrabungen, die auf die Heilgötter hinweisen, die von den Römern verehrt wurden.

In Trier und im nahe gelegenen Hochscheid haben Archäologen mehrere Denkmäler zu Ehren der wenig bekannten Göttin Sirona entdeckt. Eine um ihren rechten Arm gewundene Schlange weist sie eindeutig als Heilgöttin aus, dem Asclepius und der Hygieia verwandt. Ähnliche Funde in anderen Orten haben zudem erwiesen, daß ihre Weihungen überwiegend an Heilquellen und in Heilbädern vorkommen.

Unweit der alten Römerbrücke in Trier ist 1977 ein großes Heiligtum entdeckt und ausgegraben worden, das aufgrund der Inschrift als Tempel des Asclepius identifiziert werden konnte. Interessant ist die Inschrift vor allem, weil sie einen in den gallischen und germanischen Provinzen nur selten verehrten Gott in den Mittelpunkt rückt.

Inzwischen ist die Inschrift in die Spätphase der gemeinsamen Regierung der Augusti Marc Aurel und Lucius Verus zwischen 166 und 169 n. Chr. datiert worden. Die Altertumsforscher nehmen an, daß der Tempel im Zusammenhang mit der großen Pest dem Heilgott Asclepius geweiht wurde. (Smi)

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