Ärzte Zeitung, 07.03.2005

"Alzheimer ist inzwischen so bekannt wie James Bond"

Weltweit erstes Denkmal für Frankfurter Arzt enthüllt

FRANKFURT/MAIN (Smi). "Alois Alzheimer hat heute einen höheren Bekanntheitsgrad als Goethe", sagte Professor Konrad Maurer, Direktor der Klinik für Psychiatrie am Klinikum der Goethe-Universität Frankfurt/Main, am Freitag aus Anlaß der Enthüllung des weltweit ersten Alzheimer-Denkmals und setzte noch einen drauf: "In der Bevölkerung ist Alzheimer inzwischen ähnlich bekannt wie James Bond."

Eine kunstvolle Glasscheibe erinnert auf dem Frankfurter Campus an den Arzt Alois Alzheimer. Foto: Smi

Maurer ist Initiator des von der Friedrich Merz GmbH gestifteten und von der Frankfurter Künstlerin Alice Meister entworfenen Denkmals. Es besteht aus einer im Durchmesser 2,25 Meter großen Glasscheibe, die auf einem Glaskreuz ruht. Errichtet wurde die Gedenkstätte mit Inschrift auf dem Gelände der damaligen, 1864 eröffneten Städtischen Irrenanstalt, die 1914 als Städtische und Universitätsklinik für Gemüts- und Nervenkranke in die Frankfurter Universität integriert wurde.

Am 25. November 1901 war eine 51jährige Patientin namens Auguste Deter, die sich an kaum mehr als an ihren Vornamen erinnerte, in die Frankfurter Irrenanstalt eingeliefert worden. Der behandelnde Arzt, Dr. Alois Alzheimer, untersuchte sie sehr gründlich, ohne jedoch zu einer endgültigen Diagnose zu kommen. Diese schob er erst fünf Jahre später, als Auguste Deter gestorben war, nach. Bei Untersuchungen am Hirn der Patientin hatte er Veränderungen festgestellt. Mit seiner 1906 veröffentlichten Arbeit "Eigenartige Krankheit der Hirnrinde" beschrieb Alzheimer ein neues Krankheitsbild, das seit 1910 seinen Namen trägt.

Dr. Jochen Hückmann, Geschäftsführer der Friedrich Merz GmbH, würdigte die Bedeutung Alzheimers besonders vor der gesellschaftspolitischen Tragweite der Alzheimer-Demenz. Schon heute gibt es eine Million Alzheimer-Patienten in Deutschland, jährlich kommen 135 000 Patienten dazu.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oftmals auch knifflige Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »