Ärzte Zeitung, 07.10.2008

Hilfsorganisation verstärkt Teams für Flutopfer in Haiti

Jeder zehnte Einwohner ist auf Hilfe angewiesen / Organisation humedica verteilt Lebensmittel und errichtet Krankenstationen

FRANKFURT/MAIN (Smi). Die deutsche Hilfsorganisation humedica hat ihre Anstrengungen für die Anfang September von mehreren Wirbelstürmen heimgesuchte Bevölkerung Haitis verstärkt und weitere Helfer in die Katastrophengebiete entsandt. In dem Karibikstaat sind Hunderttausende Menschen von den Folgen der Unwetter betroffen.

Ein Arzt von humedica im Einsatz: 300 000 Kinder sind in Haiti Opfer der vier Wirbelstürme.

Foto: humedica

Noch immer stehen große Teile des Landes unter Wasser. Das macht es für Helfer schwierig, die Menschen mit dringend benötigten Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Das aufgestockte Team von humedica - unter ihnen Ärzte und Helfer aus Hambühren, Hindelang, Nesselwang, Berlin, Vreden und Gummersbach - verteilt nicht nur Reis, Bohnen, Mais, Öl und Milch an die Bevölkerung, sondern installiert auch behelfsmäßige Krankenstationen.

Von einer besonderen Rettungsaktion berichtet die Kaufbeurener Hilfsorganisation jetzt im Internet. Danach behandelten die deutschen Ärzte ein drei Monate altes Kind, das aufgrund seiner Unterernährung nur 2500 Gramm wog. Der außerdem schwer dehydrierte Junge wurde von den Helfern sofort in das Krankenhaus von St. Marc gebracht, wo sich Ärzte seiner annahmen.

Binnen eines Monats ist Haiti von vier Wirbelstürmen heimgesucht worden. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen in dem Karibikstaat insgesamt 800 000 Menschen - zehn Prozent der Bevölkerung - dringend Hilfe. 70 000 Haitianer leben in Notunterkünften. Laut Unicef sind 300 000 Kinder von den Folgen der Katastrophe betroffen. Viele Orte sind überflutet und seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten.

Die meisten Einwohner verloren ihr gesamtes Hab und Gut und kämpfen nach wie vor ums Überleben. Die Ernährungssituation, so humedica, sei dramatisch. Darüber hinaus erkrankten Menschen an Malaria und Durchfällen, viele litten unter Wurmbefall, Hauterkrankungen und Entzündungen der Atemwege.

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