Ärzte Zeitung, 27.05.2010

Geistig behinderte Sportler kämpfen um den Sieg

Bremen steht ab dem 14. Juni im Zeichen der National Games. 4600 geistig behinderte Sportler werden erwartet. Das "Healthy Athletes"-Programm bietet ihnen kostenlose Beratungen und Kontrolluntersuchungen.

Geistig behinderte Sportler kämpfen um den Sieg

Teilnehmen an den National Games 2010 kann jeder, der mindestens zwölf Jahre alt ist und eine geistige Behinderung hat. © Galina Barskaya / fotolia.com

NEU-ISENBURG (acg). Wenn die Athleten am 14. Juni abends feierlich die olympische Flagge hissen und einer von ihnen das Olympische Feuer entzündet, beginnen in Bremen die National Games 2010. Fünf Tage lang können dann sportbegeisterte, geistig behinderte Menschen in 20 Disziplinen wie Schwimmen, Judo oder Leichtathletik, aber auch in Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball im Wettkampf gegeneinander antreten.

Initiator der National Games ist die Sportorganisation Special Olympics, eine weltweit aktive Behinderten-Sportbewegung, die in Deutschland mit 13 Landesverbänden vertreten ist. Schirmherr der Spiele ist Bundespräsident Horst Köhler.

"Wir wollen Menschen mit geistiger Behinderung fördern", sagt Sonja Schmeißer von Special Olympics. "Durch den Sport nehmen sie aktiv an der Gesellschaft teil und werden selbstbewusster."

Teilnehmen an den National Games kann jeder, der mindestens zwölf Jahre alt ist und eine geistige Behinderung hat. Außerdem müssen die Athleten schon einmal bei einem der regionalen Wettbewerbe von Special Olympics gestartet sein. "In der Regel werden sowohl Einzelsportler als auch die Mannschaften von den Behinderten-Einrichtungen angemeldet, in denen sie leben oder arbeiten", sagt Schmeißer. Knapp 4600 Sportler haben sich schon registriert. Dabei sind auch Delegationen aus Lettland, Jordanien und Polen.

Neben dem Sport spielt bei den National Games die Gesundheit der Athleten eine Rolle. Mit dem "Healthy Athletes"-Programm bietet Special Olympics allen Sportlern kostenlose Beratungen und Kontrolluntersuchungen in den Bereichen Hör- und Sehvermögen, gesunde Ernährung oder Zahnpflege an. "Gerade Menschen mit geistiger Behinderung haben häufig Probleme, ihren Gesundheitszustand selbstständig zu beurteilen", sagt Schmeißer. Sie seien deshalb besonders angewiesen auf eine umfassende medizinische Betreuung. Ärzte und andere Freiwillige aus Gesundheitsberufen führen die Untersuchungen durch. "Dadurch werden sie für die besonderen Belange der Sportler mit geistiger Behinderung sensibilisiert."

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