Ärzte Zeitung online, 29.01.2012

25-jähriger Gefangener schwer misshandelt

BURG/MAGDEBURG (dpa). Wochenlang sollen drei Häftlinge im Gefängnis in Burg (Sachsen-Anhalt) unbemerkt einen anderen Insassen misshandelt, gequält und schwer verletzt haben.

Bei dem 25 Jahre alten Opfer stellte ein Arzt unter anderem Hämatome und Verletzungen am Unterleib fest, wie ein Sprecher des Justizministeriums in Magdeburg bestätigte.

Zuvor hatte die "Magdeburger Volksstimme" über den Fall berichtet. Ein anderer Gefangener hatte einem Justizbeamten von den Übergriffen berichtet. Das Ministerium kündigte Ermittlungen an.

Es wurde Strafanzeige gestellt. Warum zunächst niemand etwas von den Attacken bemerkte, war zunächst unklar.

Opfer sitzt jetzt in Einzelzelle

Verwirrung gab es um eine angebliche Notoperation des 25-Jährigen. "Das hat sich entgegen ersten Informationen nicht bestätigt", sagte Ministeriumssprecher Thomas Wünsch am Sonntag. "Das Opfer wurde stationär auf der hauseigenen Krankenstation behandelt."

Mittlerweile sei der Mann wieder in einer Zelle untergebracht, allerdings alleine. Das Opfer sitzt eine Haftstrafe wegen schweren Diebstahls und Raubes ab, der mutmaßliche Haupttäter wurde unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt.

Im Gefängnis in Burg sitzen nach den Angaben des Ministeriums aktuell 530 Gefangene ein, darunter auch Sicherungsverwahrte. Es wurde im Frühjahr 2009 eröffnet. Die Einrichtung gilt als eine der modernsten und sichersten in Europa.

Topics
Schlagworte
Panorama (33393)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Diese Aspekte schinden den Körper von Astronauten

Die Forschung auf der ISS liefert wichtige Erkenntnisse, ist aber Schwerstarbeit für den Organismus. Was passiert dabei mit dem Körper genau – und wozu das Ganze? mehr »

GBA warnt Spahn vor GKV-Systembruch

Der Versuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bewertungsverfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss zu umgehen, stößt auf massive Gegenwehr – nicht nur im GBA. mehr »

§219a – Eine Reform und ihr Preis

Nach dem Beschluss im Bundestag, dürfen Ärzte künftig darüber informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Doch glücklich ist mit dem Kompromiss niemand. Auch nicht mit der Studie zu den Folgen einer Abtreibung. mehr »