Ärzte Zeitung, 14.02.2013

Psychologin

"Paare haben es schwer am Valentinstag"

Am Valentinstag soll es eigentlich um die Liebe gehen - doch für viele Paare sorgt er für Probleme. Welche das sind, verrät Psychologin Sandra Neumayr im Interview.

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Schokolade für den oder die Liebsten: Am Valentinstag kann es für Paare zur Krise kommen.

© Arno Burgi / dpa

Frage: Frau Neumayr, Sie haben die Notfallhotline zum Valentinstag im vergangenen Jahr ins Leben gerufen (Telefonnummer 0800-88 999 6). Wie sind Sie darauf gekommen?

Sandra Neumayr: Ich bin seit über zehn Jahren beratend tätig und habe in meiner langen Berufserfahrung gelernt, dass der Valentinstag immer so ein Knick ist in Beziehungen aufgrund falscher Erwartungshaltungen und falscher Reaktionen.

Frage: Welche Art von Krisen sind das?

Neumayr: Das waren meistens Missverständnisse. Wenn ein Mann den Valentinstag nicht mag, hat die Frau zum Beispiel fälschlicherweise daraus geschlossen, dass er sie nicht liebt. Oder sie hat sich ein romantisches Abendessen vorgestellt - und er sich etwas anderes. Häufig wird von dem Verhalten am Valentinstag abgeleitet, ob man geliebt wird, oder nicht. Jetzt sehen aber Männer diesen Tag häufig nur als Pflichtnummer und die Frauen sehen ihn als große Liebesgeschichte.

Frage: Ging es bei den Problemen auch um falsche Geschenke?

Neumayr: Ja. Wir hatten einen Mann dabei, der sich richtig viel Mühe gegeben hatte. Seine Partnerin hatte sich etwas silbernes, wertvolles gewünscht. Er hat sich einen Tag freigenommen, um dieses besondere Geschenk zu finden - und hat ihr einen sehr teuren, silbernen Messerblock gekauft. Als sie das Geschenk sah, hat sie ihre Koffer gepackt. Und er hat die Welt nicht mehr verstanden. Aus seiner Sicht hatte er sich genau an ihre Wünsche gehalten. Zusätzlich schlimm war für die Frau, dass er gleichzeitig seiner Tochter aus erster Ehe ein Silberkettchen geschenkt hatte. Ich habe mit beiden gesprochenund sie hat dann auch verstanden, dass er sich wirklich Mühe gegeben hat. Zum Schluss konnten beide darüber lachen. Heute sind sie verheiratet.

Gespräch: Britta Schultejans/dpa

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