Ärzte Zeitung, 06.06.2017

Terror

Entsetzen nach neuem Anschlag in England

Wenige Tage vor den Unterhauswahlen hat ein weiterer Anschlag das Vereinigte Königreich erschüttert. Zu beklagen sind mindestens 7 Tote und dutzende Verletzte.

Entsetzen nach neuem Anschlag in England

Hubschrauber an der London Bridge: Polizisten und Rettungskräfte waren nach dem Anschlag schnell vor Ort.

© Gustavo Valiente / I-Images / dpa

LONDON. Nach drei schweren Terroranschlägen in kurzer Folge will Großbritannien einen deutlich härteren Kurs gegen den radikalen Islamismus ein. "Jetzt reicht's", sagte Premierministerin Theresa May nach dem Anschlag vom Pfingstwochenende mit sieben Toten. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte in der Nacht zum Montag die Tat für sich.

Die Regierungschefin kündigte an, sie wolle den Extremismus in der britischen Gesellschaft "ausrotten". May verurteilte den Terroranschlag vom Samstagabend als Attacke auf die freie Welt. "Das war ein Angriff auf London und auf das Vereinigte Königreich. Aber es war auch ein Angriff auf die freie Welt." Es sei nun klar, dass es Opfer verschiedener Nationalitäten gebe.

Der Anschlag wurde in der Nacht zum Pfingstsonntag von drei Attentätern auf der London Bridge mit einem Transporter verübt, der in eine Menschenmenge gefahren wurde. Anschließend liefen die Attentäter zum nahe gelegenen Borough Market weiter. Dort griffen sie Menschen in Bars und Restaurants an, bevor sie von Polizisten erschossen wurden.

Mindestens sieben Menschen wurden bei dem Attentat getötet, von den dutzenden Menschen, die beim Terroranschlag von London verletzt worden sind, befanden sich am Sonntagabend 21 noch in kritischem Zustand. Das habe die britische Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) mitgeteilt, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Verschärfung von Gesetzen?

Unter den Verletzten sollen nach Angaben der Bundesregierung zwei Deutsche sein. Premierministerin Theresa May kam zu einem privaten Besuch ins King's College Hospital, um Verletzte zu besuchen und mit dem Personal zu sprechen.

May plant als Antwort auf den Anschlag eine schärfere Überwachung von Internet und Messengerdiensten: "Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte. Etwas muss sich ändern." Die Briten wählen am Donnerstag ein neues Parlament.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Vergessen Sie keine Labor-Kennnummer!

Mit der Laborreform haben sich Änderungen bei den Ausnahmekennnummern ergeben. Um nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus zu gefährden, sollten Sie die neuen Regeln kennen - und insbesondere auf drei Punkte achten. mehr »

Ärzte wehren sich gegen Mehrarbeit für lau

Etwas mehr Geld für Hausbesuche, aber kaum mehr für die Ausweitung der Mindestsprechstunden - das bieten die Kassen an. Die Ärzte gehen auf die Barrikaden. mehr »