Ärzte Zeitung online, 27.12.2018

Mehrheit findet

Kinder sind zu lange am Smartphone

Smartphones sind bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Ein Großteil der Erwachsenen in Deutschland findet: Der Nachwuchs verbringt zu viel Zeit mit den digitalen Alleskönnern.

Kinder sind zu lange am Smartphone

Gewohntes Bild: Kinder und Jugendliche können sich studenlang mit dem Smartphone amüsieren.

© Tatyana Gladskih / stock.adobe.com

BERLIN. Zwei von drei Erwachsenen in Deutschland finden, dass Kinder und Jugendliche in ihrem Umfeld zu viel Zeit am Smartphone verbringen.

42 Prozent sind der Ansicht, dass junge Menschen täglich „viel zu lang“ am Handy sind, und 24 Prozent sprechen von „zu lang“. Eine „angemessene“ Smartphone-Zeit bei Kindern und Jugendlichen sehen 19 Prozent.

Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag dpa. Befragt wurden vor Weihnachten rund 2000 Bundesbürger.

Die Erwachsenen zeigten sich aber auch selbstkritisch. Jeder dritte Smartphone-Nutzer über 18 Jahre empfindet der Umfrage zufolge die eigene tägliche Zeit am Handy entweder als „zu lang“ (20 Prozent) oder sogar als „viel zu lang“ (12 Prozent). Die Mehrzahl nennt das eigene Handy-Verhalten „angemessen“ (63 Prozent).

Großteil nutzt Messenger-Dienste täglich

Drei von vier Smartphone-Nutzern verwenden täglich oder fast täglich Messenger-Dienste wie Whatsapp (73 Prozent). Selbst in der Gruppe der Über-55-Jährigen machen das 68 Prozent. Dagegen sagt nur jeder Dritte von sich, dass er quasi täglich SMS sendet oder empfängt (34 Prozent).

Zwei von drei Smartphone-Nutzern verwenden so gut wie jeden Tag E-Mail-Apps auf ihrem Handy (67 Prozent). Weitere beliebte Anwendungen, die im täglichen oder fast täglichen Gebrauch sind: die Handykamera (bei 68 Prozent), Apps sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Instagram (bei 46 Prozent), Navigations-Apps (bei 32), Spiele (bei 31) und Programme von Banken und anderen Dienstleistern (29). Dass sie täglich oder fast täglich Fitness-Apps nutzen, sagen 11 Prozent von sich.

Am Ende eines Jahres, in dem mehrere Datenmissbrauchsfälle bekannt wurden, sagen 17 Prozent der Smartphone-Nutzer von sich, sie verwendeten soziale Medien jetzt weniger.

11 Prozent haben sich nach eigenen Angaben ganz aus sozialen Medien oder bestimmten sozialen Medien zurückgezogen. 36 Prozent sind dort unverändert häufig unterwegs, 5 Prozent häufiger als früher.

Smartphone-Geklingel in unpassenden Situationen nervt

Wenn das Handy in unpassenden Situationen läutet, ist das für viele (43 Prozent) ein großes Ärgernis. Ähnlich viele (39 Prozent) ärgern sich über Nutzer, die ihre Smartphones als Lautsprecher für Telefonate, Musik, Videos oder Spiele nutzen.

Über Nutzer, die ihre Smartphones beim Sprechen nicht ans Ohr, sondern waagerecht vor den Mund halten - etwa, um eine Sprachnachricht aufzunehmen - ärgert sich jeder dritte Befragte (32 Prozent).

Rund 57 Millionen Bundesbürger haben ein Smartphone

In Deutschland nutzen dem IT-Branchenverband Bitkom zufolge acht von zehn Menschen ab 14 Jahren ein Smartphone (81 Prozent), das sind 57 Millionen Nutzer.

Das Marktvolumen rund um das Smartphone schätzte Bitkom Anfang des Jahres auf etwa 33,3 Milliarden Euro– dazu gehören Ausgaben für Geräte, Datendienste, Apps und Infrastruktur. (dpa/ths)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sauerbruch – ein Arzt mit vielen Facetten

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter Arzt. Das Medizinhistorische Museum der Charité versucht, die vielen Facetten im Leben und Wirken von Ferdinand Sauerbruch zu fassen. mehr »

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Zeitdruck und Kollegen stressen im Büro

Im Vergleich zu den USA oder Japan sind die Arbeitszeiten in Deutschland eher kurz. Doch das heißt nicht, dass es am Arbeitsplatz entspannt zugeht. mehr »