Ärzte Zeitung, 11.01.2010

Behring-Röntgen-Stiftung fördert Studien in Gießen-Marburg

Strategien gegen Sepsis, Botox bei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom - Beispiele für Forschungsprojekte der hessischen Privat-Universität.

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Justus Liebig Universität (Zeughaus) in Gießen.

Foto: © F. Berger / imago

MARBURG (coo). Mit 1,7 Millionen Euro fördert die Behring-Röntgen-Stiftung 14 medizinische Projekte an den Universitäten von Marburg und Gießen. "In dieser Förderrunde unterstützen wir strategisch die strukturierte Kooperation der beiden medizinischen Fachbereiche", erklärt Stiftungspräsident Professor Joachim-Felix Leonhard.

Dabei reichen die Themen von neuen Verfahren zur Erkennung von Epilepsien über die Qualitätssicherung bei Magnet-Resonanz-Tomografen bis zu Netzhauterkrankungen. Die Stiftung, die zu den größten in Deutschland gehört, entstand 2005 im Zuge der Fusion und der Privatisierung der mittelhessischen Universitätskliniken. Ihr Ziel ist es, Perspektiven für die Hochschulmedizin an beiden Standorten zu sichern.

Mit 87 000 Euro gefördert wird zum Beispiel das Vorhaben der Marburger Strahlentherapeuten, die Drüsenschädigungen durch Botox-Injektionen reduzieren wollen. Dabei geht es vor allem um Patienten mit einem Kopf-Hals-Karzinom, die bei der Strahlentherapie oft unter erheblichen Nebenwirkungen leiden. Die Wissenschaftler konnten bereits in Tierversuchen nachweisen, dass die strahlenbedingten Drüsenschädigungen durch Botox verringert werden können.

Zwei mit insgesamt 336 000 Euro geförderte Projekte kümmern sich um die Sepsis, die als wichtigste Todesursache auf den Intensivstationen gilt. Der Anästhesist Professor Markus Weigand (Gießen) und die Privatdozentin Dr. Caroline Rolfes (Marburg) untersuchen den Einfluss des Botenstoffs Acetylcholin auf die Blutvergiftung.

Ein mit 180 000 Euro unterstütztes Forschungsvorhaben kümmert sich um die steigende Zahl von Patienten mit allergischem Asthma. Wissenschaftler aus Gießen, Marburg und dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim wollen die Bedeutung von Micro-RNAs bei chronischen Entzündungsprozessen in der Lunge untersuchen. Perspektivisch soll dies bei der Diagnose und Therapie von Asthmatikern von Nutzen sein.

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