Ärzte Zeitung, 07.04.2010

Kongressvorschau

Wer zahlt den Preis des längeren Lebens?

Ein Blick auf die Entwicklung der Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert offenbart eine Erfolgsgeschichte: In Europa wächst die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen kontinuierlich. Wie aber können Gesellschaften künftig die Versorgung eines wachsenden Teils alter und sehr alter Menschen finanzieren?

Die Gesundheitsökonomen und Universitätsprofessoren Peter Oberender, Heinz Rothgang und Volker Ulrich, die dazu beim diesjährigen Hauptstadtkongress diskutieren, repräsentieren auch eine Bandbreite möglicher Regelungsoptionen: Marktwirtschaftlich orientierte Konzepte sehen den Staat nur für die Schaffung eines Ordnungsrahmens in der Verantwortung. Andere Konzepte wiederum setzen stärker am bisherigen Ordnungsrahmen von GKV und PKV an und befürworten - je nach Ausrichtung - beispielsweise stärker solidarische, egalisierende Regelungen wie etwa die Bürgerversicherung.

Wieder andere Konzepte sehen die gesetzliche Krankenversicherung künftig nur noch als eine Art Basisversorgung und unterstellen, dass mezzanine Märkte entstehen, die es den Bürgern erlauben, über Satzungsleistungen, Wahltarife und Zusatzversicherungen die entstandenen Versicherungslücken wieder zu schließen. (fst)

Info: "Länger gesund leben: Welche Konzepte gibt es? Wie ist eine Finanzierung wachsender Ausgaben möglich?, 5. Mai, 16.15 bis 18.00 Uhr

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Die Insulintablette ist in weiter Ferne

Ein orales Basalinsulin hat in einer Studie bei Typ-2-Diabetes ähnlich gut gewirkt wie injiziertes Insulin glargin. Zu einer Therapie in Tablettenform wird es dennoch nicht kommen. mehr »

Bagatellverletzungen – ein Fall für UV-GOÄ

Schulunfall, Wegeunfall oder Sportunfall? Bei kleinen Verletzungen können auch Hausärzte gelegentlich auf die UV-GOÄ zurückgreifen. Das kann sich im Vergleich mit EBM-Leistungen der Wundversorgung durchaus lohnen. mehr »