Ärzte Zeitung, 07.09.2010

Ärzte im Norden verärgert über Rösler-Reformplan

BAD SEGEBERG (di). Harsche Kritik am Referentenentwurf zum GKV-Finanzierungsgesetz kommt aus dem Norden: Die Ärztegenossenschaft bewertet Teile darin als "erschreckend fantasielos", als "Rückschritt und Armutszeugnis".

"Anreiz und Chancen neuer Versorgungsformen werden abgeblockt und Eigeninitiative aus der Ärzteschaft zur Verbesserung der Versorgungsqualität mit angemessener Honorierung außerhalb eines gescheiterten Verteilungssystems werden abgewürgt", sagte Genossenschaftschef Dr. Klaus Bittmann.

Er zeigt zwar Verständnis für das Ziel von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, die GKV-Finanzierung nachhaltig und sozial ausgewogen zu gestalten, sieht aber Leistungsträger im Gesundheitswesen enttäuscht, "die sich ein Ende zentralistischer Sozialpolitik erhofft haben".

"Wenn sich Wettbewerb auf die Höhe von Zusatzbeiträgen beschränkt, so ist das Ergebnis dieser neuen Gesetzesänderung für die Zukunft unseres Gesundheitswesens ein Rückschritt und ein Armutszeugnis", sagte Bittmann. Weiter kritisierte er, dass "staatlich vorgegebene Ausgabenregelungen innovative Versorgungskonzepte unterbinden könnten". Dies zeuge von mangelndem Glauben an Leistung und Wettbewerb.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Keine Bürgerversicherung, aber viele Wünsche

Beim Neujahrsempfang der Deutschen Ärzteschaft zeigte man sich erleichtert, dass die Bürgerversicherung vorerst vom Tisch ist. Reformbedarf gebe es aber. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »