Ärzte Zeitung, 15.09.2010

Kommt die Integrierte Versorgung ohne Finanzspritze noch voran?

Im November wird ein systematisches Update zum Stand sektorenübergreifender Versorgung erwartet.

BONN (HL). Wie ist der Stand der Integrierten Versorgung in Deutschland, und welches Schicksal haben sektorenübergreifende Versorgungsmodelle genommen, seit die 2003 eingeführte Anschubfinanzierung Ende 2008 ausgelaufen ist?

Unter anderem damit befasst sich eine zweitägige Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) am 4. und 5. November auf dem Petersberg bei Bonn.

Auf dieser Konferenz werden erstmals im Rahmen des Projekts Monitoring Integrierte Versorgung (IV) aktuelle Daten und Ergebnisse von Erhebungen im Zeitablauf vorgestellt. Denn seit Auslaufen der Anschubfinanzierung gibt es auch keine Meldung mehr bei der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS), die zuletzt 6407 IV-Verträge gezählt hat.

Beim Monitoring IV wiederholte das Competence Center E-Commerce der FU Berlin mit Unterstützung der DGIV und des Gesundheits-Sachverständigenrates eine systematische Befragung gesetzlicher Kostenträger zu besonderen Versorgungsformen, die der Sachverständigenrat bereits für sein Sondergutachten "Koordination und Integration" 2008 durchgeführt hatte. Damals konnte allerdings nicht eruiert werden, wie sich das Ende der Anschubfinanzierung auswirken würde.

Das geschieht nun mit der im Frühjahr diesen Jahres erstellten Erhebung. Darin beziehen die Krankenkassen Stellung zu ihrem strategischen Umgang mit den besonderen Versorgungsformen und geben detailliertere Auskunft zu einzelnen Verträgen. Insgesamt wurden so Einschätzungen und Informationen zu mehr als 1600 Verträgen zur Integrationsversorgung gewonnen.

Bislang war häufig geklagt worden, dass nur die schiere Zahl der Verträge und das gesamte Finanzvolumen bekannt seien - es aber an Transparenz über die Versorgungsinhalte, -ziele und -effekte mangele.

Informationen zum Symposion

am 4. und 5. November auf dem Petersberg bei Bonn sowie über das Projekt "Monitoring IV" unter www.dgiv.org und www.monitoring-iv.de

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