Ärzte Zeitung, 09.02.2011

Kommentar

Weniger Druck im Kessel

Von Ilse Schlingensiepen

Das Medizinstudium gehört nach wie vor zu den beliebtesten Studiengängen. Der Run auf die Studienplätze ist groß, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Der Wegfall des Wehr- und Zivildienstes wird den Andrang in Zukunft voraussichtlich noch weiter verstärken. Im Jahr 2013 kommt der doppelte Abitur-Jahrgang verschärfend hinzu.

Es ist gut, dass die NRW-Landesregierung jetzt beschlossen hat, zumindest für die nächsten fünf Jahre im bevölkerungsreichsten Bundesland 1000 weitere Medizin-Studienplätze einzurichten und Hochschulen dafür zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Das wird an den medizinischen Fakultäten ab dem kommenden Wintersemester etwas Druck aus dem Kessel nehmen.

Als Instrument gegen den drohenden Nachwuchsmangel bei Ärzten in Klinik und Praxis wird die Maßnahme aber nur wenig beitragen können. Dafür reicht eine Aufstockung der Kapazitäten für fünf Jahre nicht aus.

Was aber wichtiger ist: Es sind die Rahmenbedingungen in der Aus- und Weiterbildung und die Arbeitsbedingungen der Ärzte, die junge Mediziner vom Schritt in die Patientenversorgung abhalten. Ein Grund, jetzt erst einmal die Hände in den Schoß zu legen, besteht also nicht.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
NRW stockt Zahl der Studienplätze für Medizin um 200 auf

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »