Ärzte Zeitung, 14.11.2011

Zahl der Masernfälle in Berlin verdoppelt

BERLIN (ami). In Berlin gab es bis Ende Oktober bereits mehr Masern-Fälle als im ganzen Jahr 2010. Die amtierende Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) ruft deshalb erneut dazu auf, den Impfschutz zu überprüfen.

"Menschen, die nach 1970 geboren sind und keine Impfung haben, sollten sich impfen lassen", sagte die Senatorin jüngst in Berlin. Sie appellierte auch an Impfgegner zu prüfen, ob ihre ablehnende Haltung bei der Masernimpfung angebracht ist.

"Die aktuelle Situation erfordert vor allem bei aufgeklärten Menschen die Überprüfung ihrer bisherigen Skepsis gegenüber Impfungen", sagte Lompscher.

159 Menschen an Masern erkrankt

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) sind bis Ende Oktober 159 Menschen an Masern erkrankt.

Im gesamten Jahr 2010 gab es nur 92 Masernpatienten, im Jahr zuvor sogar nur 33 Fälle. Zwischen 2003 und 2007 schienen Masern in Berlin beinahe ausgerottet. Nun dagegen treten nicht nur immer mehr Fälle neu auf.

Krankheitsverläufe werden schwerer

Auch die Krankheitsverläufe werden schwerer. Mehr als die Hälfte der Patienten (54 Prozent) mussten laut LaGeSo in diesem Jahr stationär behandelt werden. Nicht nur Kinder sind von der ansteckenden Krankheit betroffen, sondern auch Jugendliche, Erwachsene und Babys unter einem Jahr.

Auf den Anstieg der Erkrankungsrate hat die Gesundheitssenatorin bereits im September hingewiesen und gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer Berlin zur Impfung aufgerufen.

Nicht nur in Berlin nehmen die Krankheitsfälle zu. Bundesweit ist ein Anstieg zu verzeichnen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »