Ärzte Zeitung online, 19.10.2015

Afrika am gefährlichsten

1,25 Millionen Verkehrstote weltweit

Immer mehr Autos, immer mehr Straßen. Dennoch gibt es nicht mehr Unfalltote als vor Jahren.

GENF. Die Zahl der Verkehrstoten ist weltweit konstant geblieben - obwohl immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.

Seit 2007 kommen pro Jahr weltweit 1,25 Millionen Menschen durch Unfälle ums Leben, wie aus einer am Montag in Genf veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervorgeht.

Der seit Jahren vorhergesagte Anstieg der Todesfälle im Straßenverkehr sei nicht eingetreten, so die WHO. Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit würden offenbar Früchte tragen. Doch in Ländern, die dafür kein Geld haben, gibt es viel mehr Verkehrstote als in reichen Staaten.

Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern wird beim Vergleich der Statistik der Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner besonders deutlich: Im hochmotorisierten Deutschland waren es 2013 laut WHO-Bericht 4,3.

Höchste Rate in Afrika

Im westafrikanischen Liberia hingegen 33,7 - gemessen an der Einwohnerzahl also fast acht Mal so viele Todesopfer, obwohl sich dort viel weniger Menschen ein Auto leisten können.

Rund 90 Prozent der weltweit 1,25 Millionen Todesfälle im Straßenverkehr ereignen sich laut WHO in Ländern mit geringen bis mittleren Einkommen, auch wenn dort nur 54 Prozent aller Fahrzeuge der Welt unterwegs sind. "Afrika ist weiterhin die Region mit der höchsten Rate an Verkehrstoten, während sie in Europa am niedrigsten ist."

Zu den "Klassenbesten" unter den europäischen Ländern gehören Schweden (mit 2,4 Verkehrstoten auf 100-000 Einwohner), die Schweiz (3,3), die Niederlande (3,4) und Spanien (3,7).

Mehr Unfalltote als in Deutschland (4,3) gab es laut der Studie unter anderem auf den Straßen Frankreichs (5,1 auf 100 000 Einwohner), Österreichs (5,4), Italiens (6,1) sowie Griechenlands (9,1) und Polens (10,3). In China fielen dem Straßenverkehr 2013 statistisch gesehen 18,8 von 100.000 Einwohnern zum Opfer, in den USA waren es 10,6.

Deutschland: Tiefstand 2013 notiert

Auf Deutschlands Straßen sank die Zahl der Verkehrstoten seit 2011 um 16 Prozent, wie kürzlich aus der Halbzeitbilanz des Bundesverkehrsministeriums zu den Effekten des Verkehrssicherheitsprogramms 2011 hervorging.

Dessen Ziel ist es, die Zahl der tödlich Verunglückten bis 2020 um 40 Prozent zu verringern.

Unfallforschern zufolge hat vor allem die verbesserte Fahrzeugtechnik in den vergangenen Jahrzehnten zum Sinken der Verkehrstoten-Zahl beigetragen. 2011 starben demnach bei Unfällen 4009 Menschen, im vergangenen Jahr waren es 3377.

Der Tiefststand war allerdings 2013 mit 3339 Toten erreicht. Im vergangenen Jahr gingen die Zahlen wieder leicht nach oben. Und auch im ersten Halbjahr 2015 setzte sich den Angaben zufolge der Anstieg fort. (dpa)

[20.10.2015, 21:11:23]
Dr. Horst Grünwoldt 
Afrikas Unfalltote
Wer sich schon einmal als Autofahrer in arabischen und maghrebinischen Ländern versucht hat, weiß, daß dort das Recht des Dreisten oder Naßforschen gilt. Es wird rücksichtlos, ohne auf Vekehrsregeln oder Vorfahrt zu achten, im klassischen Machostil drauflos gefahren, als wäre es jedes Mal eine Machtprobe!
In Schwarzafrika wird im Überlandverkehr, nach langen Wartezeiten, bis der Minibus endlich voll ist, Gas gegeben, bis das letzte Getier und der Mensch beiseite gesprungen ist.
Dabei sind in allen diesen E-Ländern die Fahrzeuge natürlich TÜV-frei und werden gefahren, bis es technisch nicht mehr weitergeht.
Erstaunlich, daß bei der Zweirad-Verkehrsdichte in den Cities von Südostasien, so wenige Unfälle passieren. Das liegt -obwohl zügige Kolonnenfahrt ohne Anhalten, -außer an Rot-Ampeln- herrscht, wohl an der Um- und Rücksicht dieser sympathischen Menschen in Thailand und Vietnam. Man kann bekanntlich dort bei fießendem Verkehr ohne Zögern über die dichtbefahrenen Straßen gehen...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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