Ärzte Zeitung online, 17.03.2017

Substitutionstherapie

Es drohen Betreuungslücken

BERLIN. Die Zahl der in der Substitutionstherapie aktiven Ärzte sinkt stetig, die Zahl der betreuten suchtkranken Patienten ist 2016 um 1300 auf 78.500 gestiegen.

Das Substitutionsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) meldet für vergangenes Jahr 2590 aktive Substitutionsärzte. Vier Jahre zuvor lag ihre Zahl noch bei 2731. Die Bundesregierung hat auf diese Entwicklung reagiert und am Mittwoch eine novellierte Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) verabschiedet (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Sie erweitert die Handlungsspielräume der Substitutionsärzte und entlastet sie von Bürokratie. So dürfen suchtmedizinisch nicht qualifizierte Ärzte künftig bis zu zehn Patienten konsiliarisch beraten, bisher waren es drei. Ausdrückliches Ziel der Novelle ist es, mehr Ärzte zu gewinnen.

Tatsächlich ist die Versorgung in den Regionen teilweise prekär. So hat die Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg darauf hingewiesen, dass dort das Durchschnittsalter der substituierenden Ärzte bei 60 Jahren liegt. Falls keine jüngeren Ärzte nachkommen und die älteren mit 65 Jahren aufhören, sinkt ihre Zahl bis 2021 von 232 auf 141: Rund 3700 Patienten stünden dann ohne Substitutionsarzt da, warnt die Landestelle. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »