Ärzte Zeitung online, 26.07.2017
 

Vorstoß aus Hessen

Im Radio an Rettungsgasse erinnern!

WIESBADEN. Der Aufruf zur Rettungsgasse sollte nach einem Vorschlag aus der hessischen Landesregierung einen festen Platz in jedem ausgestrahlten Verkehrsfunk haben. "Es sollte automatisch mit der Durchsage ,Auf der A3 zwischen Offenbacher Kreuz und Obertshausen ist Stau‘ auch gesagt werden: ,Bitte denken Sie daran, eine Rettungsgasse zu bilden‘", forderte Landesgesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) am Montag.

Man müsse mit Sendern, die Verkehrsfunk hätten, reden, ob die Erinnerung an die Rettungsgasse "automatisch mit jeder Staumeldung" einhergehen könnte, so Grüttner. Er kritisierte auch das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer nach Unfällen: "Sobald ein Einsatzfahrzeug durch die Rettungsgasse fährt, setzen sich die Autofahrer dahinter."

Auch Rettungskräfte beklagen zunehmend, dass Autofahrer nach Unfällen im "Windschatten" der Einsatzfahrzeuge fahren, anstatt eine Rettungsgasse freizuhalten. "Viele Autofahrer glauben, dass der Notarzt über den Standstreifen fährt und wissen nicht, wie eine Rettungsgasse gebildet wird", erklärt ADAC-Experte Jürgen Lachner. Sensibilisierung sei wichtig.

Seit Ende Mai gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern, die Hilfe leisten oder leisten wollen. Darauf stehen nun Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft. Für eine Bilanz, wie viele Leute seither bestraft wurden, sei es noch zu früh, hieß es am Montag einhellig in einer Reihe von Landesministerien. (dpa)

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