Ärzte Zeitung online, 01.11.2017

Jamaika-Koalition

Konfliktfreie Sondierung?

Von Wolfgang van den Bergh

Die Themen sind gesetzt, die Überschriften formuliert. Was am Ende herauskommen wird, steht in den Sternen. Die gesundheitspolitische Agenda, mit der sich Union, FDP und Grüne beschäftigen wollen, steht.

Sorgen, das System könnte auf den Kopf gestellt werden, sind unbegründet – im Gegenteil: Das alles liest sich eher wie das "Weiter-so" eines nicht ganz unerfolgreichen Gesundheitsministers der Union. Das gilt für die Themen integrierte und sektorübergreifende Bedarfsplanung genauso wie für die Weiterentwicklung der Notfallversorgung, der Frage der Klinik-Investitionen, dem Morbi-RSA und dem Ausbau der Medizinstudienplätze.

Mit der Stärkung der Unabhängigkeit des MDK hat auch NRW-Gesundheitsminister Laumann seinen Punkt gesetzt. Und: Über die Bürgerversicherung und die Entbudgetierung wird auch gesprochen – Kernpunkte für Grüne und FDP.

Die Situation in der Pflege soll durch ein Sofortprogramm zur besseren Personalausstattung entschärft werden. Was sich dahinter verbirgt, lassen die Parteien offen. Klar ist: Alleine das Personal besser zu bezahlen wird nicht reichen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: An der Gesundheitspolitik wird das Zustandekommen einer Jamaika-Koalition nicht scheitern.

Lesen Sie dazu auch:
Thema Gesundheitswesen: Fachkräftesicherung steht bei Koalitionsgesprächen an zentraler Stelle

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[02.11.2017, 12:15:05]
Dr. Hanneli Döhner 
Und die pflegenden, begleitenden, unterstützenden, sorgenden Angehörigen?
"Der größte Pflegedienst der Nation"! trägt die größte Last und erhält viel zu wenig Wertschätzung. Ein "weiter so" geht nicht mehr. Die prof. Pflegenden und die familial Pflegenden haben ein gemeinsames Ziel: sie wollen, dass es den hilfs- und pflegebedürftigen Menschen möglichst gut - besser! - geht.Sie haben ähnliche Belastungen, sie müssen besser zusammenarbeiten, sich solidarisieren. Nur die Stärkung der prof. Pflege wird das marode Pflegesytem nicht retten!
Dr. Hanneli Döhner
Regionalgruppe Großraum Hamburg des Vereins "wir pflegen - Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V." - www.wir-pflegen.net zum Beitrag »

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