Ärzte Zeitung, 28.09.2011

Medikationskatalog stößt in Nordrhein auf Widerstand

DÜSSELDORF (iss). Mit großer Mehrheit hat sich die Vertreterversammlung der KV Nordrhein gegen das sogenannte ABDA/KBV-Modell ausgesprochen.

Mit der Wirkstoffverordnung nach einem Medikationskatalog würden die Ärzte Kompetenzen abgeben, gleichzeitig aber weiter die Verantwortung für die Verordnung tragen, heißt es in einem Antrag, den die Delegierten ohne Gegenstimmen bei fünf Enthaltungen verabschiedeten.

Die Vorsitzende des nordrheinischen Hartmannbundes Angelika Haus bezeichnete das Modell als "absoluten Horror". "Die Therapiehoheit muss bei uns bleiben", forderte sie.

"Modell dient nur dem Mehrverdienst der Apotheker"

Auch der Allgemeinmediziner aus St. Augustin Dr. Rolf Ziskoven kritisierte das von der KBV und den Apothekerverbänden entwickelte Konzept.

"Wir dürfen dem Apotheker nicht die Entscheidung überlassen", sagte Ziskoven. Schließlich hätten die Apotheker Pharmazie studiert und nicht Pharmakologie. "Das Modell dient nur dem Mehrverdienst der Apotheker."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »