Ärzte Zeitung, 08.07.2015

Arzneipreise

Wasem leitet Schiedsstelle

BERLIN. Der Gesundheitsökonom Professor Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen ist der neue unparteiische Vorsitzende der "AMNOG-Schiedsstelle".

Dieses Gremium tritt dann in Aktion, wenn sich der Hersteller eines neuen Arzneimittels und der GKV-Spitzenverband nicht über den Erstattungspreis im Anschluss an die frühe Nutzenbewertung einigen können. Erster Stellvertreter ist Dr. Herbert Rische.

Da sich Herstellerverbände und Kassen uneins waren, wurden die Neubesetzungen per Losverfahren vorgenommen. Die Amtszeit von Wasem und Rische beträgt daher statt vier Jahre nur ein Jahr.

Einvernehmlich wurde hingegen mit Gerhard Schulte der Posten des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden festgelegt. Seine Amtszeit geht bis Juli 2019.

Wasems Vorgänger Manfred Zipperer war einvernehmlich bestimmt worden und amtierte seit 2011. Paragraf 130b Absatz 5 SGB V gibt den Rechtsrahmen vor, nachdem Hersteller und Kassen die Schiedsstelle zu bilden haben.

Damit hat Wasem einen weiteren Schlüsselposten im Maschinenraum des Gesundheitswesens inne. Der Gesundheitsökonom ist bereits seit acht Jahren unparteiischer Vorsitzender des Erweiterten Bewertungsausschusses.

Dieses Schiedsgremium wird einberufen, wenn im Bewertungsausschuss kein Konsens möglich ist. Dort verhandeln jeweils drei von der KBV und vom GKV-Spitzenverband benannte Mitglieder über Ärztehonorare. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »