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GSAV

BPI will strengere Regeln für Rabattpolitik

Rabattverträge für versorgungsrelevante Arzneimittel sollte es nur unter bestimmten Voraussetzungen geben, fordert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie.

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BERLIN. 262 Arzneimittel waren in den letzten zwölf Monaten von Lieferengpässen betroffen, durchweg patentfreie, aber versorgungsrelevante Präparate. Wesentliche Ursachen dafür sind Qualitätsprobleme im Herstellungsprozess und eine zunehmende Konzentration auf immer weniger Hersteller.

Als Konsequenz forderte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am Mittwoch in Berlin auf der Basis eines Gutachtens zur Erfahrung mit Rabattverträgen, im Gesetz zur Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) strengere Regeln zu verankern.

Danach soll mindestens ein Anbieter den Zuschlag erhalten, der eine Produktionsstätte in Europa betreibt. Es soll keine Rabattverträge für versorgungsrelevante Arzneimittel mehr geben dürfen, wenn weniger als vier Anbieter am Markt sind. Grundsätzlich müssten beim Abschluss von Rabattverträgen mindestens drei Hersteller den Zuschlag erhalten.

Aufgrund der Rabattverträge hat sich der Anteil der Wirkstoffe, für die eine starke Konzentration auf sehr wenige Hersteller festgestellt wird, zwischen 2008 und 2017 von 63 auf 89 Prozent erhöht.

"Wir müssen laut werden"

Ein Gutachten der Anwaltskanzlei Kozianka & Weidner kommt zu dem Schluss, dass damit der Anspruch auf ausreichende Versorgung nach dem SGB V gefährdet sein kann.

Konkretes Beispiel: Für Nitrolingualspray, von der WHO als essenzielles Arzneimittel eingestuft, gibt es nur zwei Anbieter. Für fast 98 Prozent des Absatzes sind Rabattverträge abgeschlossen, in neun von zehn Ausschreibungen erhielt Pohl-Boskamp den Zuschlag, davon acht als Ein-Partner-Verträge.

Unternehmens-Geschäftsführerin Babette Rieken: „Bei einem Produktionsausfall müssen wir Strafe zahlen, aber das hilft dem Patienten nicht.“

Trotz eines verbesserten Engpass-Managements durch das BfArM seien grundlegende Problem wie Qualitätsmängel in der Herstellung nicht gelöst, kritisierte der Onkologe Professor Bernhard Wörmann.

Bei den 262 Lieferengpässen der letzten zwölf Monate seien Arzneimittel aus allen Bereichen der Medizin betroffen, darunter viele versorgungsrelevante. „Da müssen wir laut werden als Ärzte.“(HL)

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