Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 21.08.2013

Nutzenbewertung

Fast kein grünes Licht für Innovationen

Aus der Perspektive von Ärzten hat das AMNOG kaum Erleichterungen für den Einsatz neuer Arzneien gebracht.

BERLIN. Die mit der frühen Nutzenbewertung und der darauf folgenden Vereinbarung eines Erstattungsbetrages durch Hersteller und GKV-Spitzenverband verbundene Erwartung der Ärzte, vor Regressandrohungen geschützt zu sein, hat sich kaum erfüllt.

Für nur drei von insgesamt 26 abschließend bewerteten Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen - Zytiga®, Esbriet® und Brilique® - gelten explizit beschriebene Indikationen als Praxisbesonderheit.

Die offizielle Information darüber ist tief im Innern der Website des GKV-Spitzenverbandes versteckt und erfordert sieben Schritte: von der Website www.gkv-spitzenverband.de auf den Button Krankenversicherung, von dort auf den Button Arzneimittel, schließlich auf Rabattverhandlungen nach AMNOG § 130b SGB V, sodann auf Erstattungsverhandlungen nach § 130b SGB V zur Übersicht über alle 26 zu Ende geführten Verfahren.

Hier kann nun der Filter "Nur Einträge mit Praxisbesonderheit" betätigt werden, der drei Wirkstoffe ausweist.

Die KBV bedauert, dass die zuständigen Vertragspartner, GKV-Spitzenverband und der jeweilige Hersteller, von der gesetzlichen Möglichkeit, bewertete Innovationen als Praxisbesonderheit zu deklarieren, nur so geringen Gebrauch macht.

Die KBV sei daran aber nicht beteiligt und habe nur appellative Einwirkungsmöglichkeiten. Der GKV-Spitzenverband teilte auf Anfrage mit, man habe sich nur für drei Arzneimittel mit dem jeweiligen Hersteller einigen können. (hl)

Topics
Schlagworte
Nutzenbewertung (343)
Organisationen
KBV (6625)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Kinder suchtkranker Eltern brauchen mehr Beachtung

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert eine bessere Versorgung und Betreuung der Kinder von Suchtkranken. Kinder von Suchtkranken sind diesmal Schwerpunkt des Drogenberichts. mehr »

Hilfe für die Seele gefordert

Eine Krebsdiagnose ist ein Schock. Die Psychoonkologie soll helfen. Aber die Unterstützung ist wenig bekannt und unterfinanziert. mehr »