Ärzte Zeitung, 04.12.2008

Neue Jugend-Suchtstation im Hamburger Uniklinikum

Zwölf Plätze für ambulante Behandlung eingerichtet

HAMBURG (di). Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat eine Jugend-Suchtstation eröffnet. In der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters stehen zwölf Betten für die stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von Suchtmittelmissbrauch unter psychischen Problemen leiden, zur Verfügung.

Bislang war das Angebot am UKE für diese Patienten auf die 1999 eingerichtete Drogenambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien beschränkt. Rund 700 Patienten werden dort pro Jahr ausschließlich ambulant behandelt. Auf der neuen Station gliedert sich die Behandlung in fünf Phasen.

Für Phase eins (Entgiftung) und zwei (Motivationsförderung) werden die jungen Patienten auf einer geschlossenen Station aufgenommen. Diese Entzugsbehandlung dauert zwei bis vier Wochen. Im Anschluss kann eine kinder- und jugendpsychiatrische Weiterbehandlung der Patienten auf der offenen Jugend-Suchtstation erfolgen. Ziele der hier beinhalteten Phasen drei bis fünf sind Begleitung, Stabilisierung und Verselbstständigung. In der Behandlung sollen auch die persönlichen, familiären und sozialen Hintergründe der Sucht sowie andere psychische Probleme aufgedeckt werden.

Die Dauer der stationären Anschlussbehandlung liegt zwischen acht und zwölf Wochen. Neben Ärzten und Psychologen zählen Pädagogen, Pfleger sowie Körper-, Musik- und Ergotherapeuten zum Behandlungsteam. Auch eine Heranführung an die Schule und eine Berufsplanung zählen zum Angebot. Im Anschluss sind eine weiterführende Betreuung in der UKE-Drogenambulanz, medizinischen Reha-Maßnahmen und Überweisungen an Therapeuten und Ärzte möglich.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (18869)
Organisationen
UKE (804)
Krankheiten
Suchtkrankheiten (4660)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »