Ärzte Zeitung, 25.10.2010

Case-Manager kümmern sich um chronisch Kranke

HEIDELBERG (mm). 140 Hausarztpraxen und rund 2000 Patienten starten derzeit in der neuen Case-Management-Studie "PraCMan" (Hausarztpraxis-basiertes Case Management bei chronisch kranken Patienten) des Universitätsklinikums Heidelberg. Dabei geht es Versorgung vor allem chronisch kranker Menschen.

Die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Uniklinikums Heidelberg hat gemeinsam mit Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten und Patienten das Modell entwickelt. "Der Studie ist bereits ein Pilotprojekt vorweg gegangen, das sehr erfolgreich war", berichtet Dr. Joachim Szecsenyi, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung.

Ziel des Case Managements ist die individuelle Beratung und Langzeitbetreuung von chronisch Kranken. Klinikeinweisungen sollen reduziert werden. Am Anfang des Case Managements steht ein ausführliches Gespräch des Case-Management-Teams mit dem Patienten über seine gesundheitlichen Probleme und die bisherige Therapie. Gemeinsam werden individuelle Ziele für den weiteren Umgang mit der Erkrankung festgelegt. Diese werden in einem Patiententagebuch festgehalten.

Zusätzlich erhält der Patient Infomaterialien zum Leben mit der chronischen Erkrankung. Patient und Arzthelferin vereinbaren Telefonate, in denen der Patient nach seinem Wohlbefinden gefragt wird. In Notfällen kommt der Arzt zum Hausbesuch. Das Projekt PraCMan ist als klinische Studie geplant und wird in Zusammenarbeit mit den Universitätsabteilungen für Allgemeinmedizin in Frankfurt und Jena evaluiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »