Ärzte Zeitung, 14.11.2012

Spezialfachärztliche Versorgung

Bahr setzt GBA unter Druck

Mehr Tempo erwünscht: Gesundheitsminister Daniel Bahr hat zum Auftakt der Medizinmesse Medica gefordert, dass der GBA bei der Umsetzung der spezialfachärztlichen Versorgung endlich in die Puschen kommt.

Bahr setzt GBA unter Druck

Avanti, avanti: Daniel Bahr hat es mit der spezialfachärztlichen Versorgung eilig.

© Wolfgang Kumm / dpa

Bahr setzt GBA unter Druck

DÜSSELDORF.. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) macht Druck bei der spezialfachärztlichen Versorgung.

Er sei wenig begeistert darüber, wie schwerfällig der GBA bei diesem Thema voran komme, sagte Bahr bei der Eröffnung des 35. Deutschen Krankenhaustages auf der Medizinmesse Medica.

"Ich kann nur fordern: Nehmen Sie die Chance wahr, sonst kommen andere Schritte."

Die Politik werde genau im Blick haben, ob die von ihr intendierten Zielsetzungen der spezialfachärztlichen Versorgung auch Niederschlag in den Rahmenbedingungen finden. "Das ist ein Bereich, in dem Freiheitsgrade gelten sollen."

Befürchtungen nicht förderlich

Man habe sich bewusst dafür entschieden, den Sektor ohne Zulassungsbeschränkungen und ohne Budgetierung zu gestalten. "Das ist eine Chance für die Niedergelassenen und die Krankenhäuser, endlich einmal zu beweisen, dass es geht", sagte er.

Die Angst vor unkalkulierbaren finanziellen Folgen hält Bahr für unbegründet. "In diesem Bereich können wir übersehen, dass es keine unerwartete Mengenentwicklung und dadurch eine Kostenentwicklung geben wird.

"Die Befürchtungen der niedergelassenen Ärzte und der Krankenhäuser, die jeweils andere Seite wolle den Sektor an sich reißen, seien der Sache nicht gemäß und nicht förderlich", stellte Bahr klar.

"Wenn es der Staat richten soll, dann mache ich es"

Ziel seien ein fairer Wettbewerb und eine bessere Versorgung, bei der am Ende der Patient entscheidet, wo er sich behandeln lässt. "Die Regelversorgung sollte die Kooperation von beiden Bereichen sein", sagte Bahr.

Es wäre ein Armutszeugnis der Selbstverwaltung, wenn sie mit der Umsetzung der Vorgaben so umgehe, dass eine Ersatzvornahme durch das Ministerium notwendig wird. Darauf würde er lieber verzichten, so Bahr.

"Aber wenn sie mich als Politiker zwingen, dass der Staat es richten soll, dann mache ich es." (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »