Ärzte Zeitung, 16.09.2013

DEGAM-Kongress

Perspektiven für den Nachwuchs

Wer sich heute nicht um nächste Hausarzt-Generation kümmert, wird bitter bestraft werden.

MÜNCHEN. Weil es zu wenige Hausärzte gibt, findet derzeit nur jeder zweite Hausarzt einen Praxisnachfolger.

Ein Grund dafür sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) erhebliche Probleme in der Aus- und Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

"Die Aus- und Weiterbildung ist eine Zukunftsfrage für unser Fach und für die Gesundheitsversorgung in Deutschland", sagte DEGAM-Präsident Professor Ferdinand Gerlach beim 47. Kongress seiner Gesellschaft in München.

Wenn es nicht gelinge, dafür Lösungen zu finden, "werden wir auf dem Land und später auch in den Städten Probleme bekommen", so Gerlach.

DEGAM schwebt Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin vor

Die DEGAM habe "klare Vorstellungen" entwickelt, wie es in der Aus- und Weiterbildung weitergehen soll. Demnach soll künftig jeder Medizinstudierende das Recht haben nicht nur 14 Tage, sondern eine längere Zeit in der ambulanten Versorgung ausgebildet werden.

Konkret schlägt die DEGAM ein Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin im PJ vor.

Zudem sollen bundesweit regionale Weiterbildungsverbünde aus Kliniken und Praxen etabliert werden, die jungen Mediziner eine Rotation ermöglichen, ohne sich jedes Mal neu bewerben zu müssen. Und schließlich sollte jeder junge Arzt einen Anspruch auf ein persönliches Weiterbildungsbudget bekommen, aus dem die Weiterbildung bezahlt wird.

Diese Aufgaben könnten in einer Stiftung zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung gebündelt werden, regte Gerlach an. Vergleichbare Initiativen gebe es bereits in Baden-Württemberg und Hessen - mit gutem Erfolg, so Gerlach. (sto)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »