Ärzte Zeitung, 07.10.2013
 

Neuer Zusammenschluss

ZNS-Spitzenverband gegründet

Neurologische und psychiatrische Berufsverbände haben sich zusammengeschlossen. Man hofft, gemeinsam mehr Einfluss ausüben zu können.

KÖLN. Die Berufsverbände von Nervenärzten, Neurologen, Psychiatern sowie Kinder- und Jugendpsychiatern wollen ihre Schlagkraft erhöhen. Sie haben sich zum "Spitzenverband ZNS" zusammengeschlossen.

"Uns war es wichtig, der Interessenvertretung von Ärzten, die sich mit den Erkrankungen des zentralen Nervensystems beschäftigen, eine Form und ein Gesicht zu geben", erläutert der Sprecher des neuen Verbands Dr. Frank Bergmann, der Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (BVDN) ist.

Übergreifende Interessen

Mitglieder des Spitzenverbands sind neben dem BVDN der Berufsverband Deutscher Neurologen, der Berufsverband Deutscher Psychiater und der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland. "Wir haben viele übergreifende Interessen", sagt Bergmann.

Der Zusammenschluss verstehe sich nicht als Konkurrenz zu anderen fachärztlichen Verbänden, betont er. "Wir bleiben Mitglied in der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände und kooperieren mit dem Spitzenverband der Fachärzte."

Doch im allgemeinen fachärztlichen Konzert gerieten die besonderen Belange der Ärzte, die Patienten mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen versorgen, leicht ins Hintertreffen. "Die ZNS-Erkrankungen stehen immer am Rand", weiß der Nervenarzt.

"Gemeinsam haben wir in Zusammenarbeit mit der ärztlichen Selbstverwaltung und der Politik mehr Gewicht und Durchschlagkraft, um bestehende Strukturen zu verändern."

Besser Vergütung gefordert

Die Vertreter des Spitzenverbands wollen sich für eine bessere Versorgung der Patienten mit ZNS-Erkrankungen einsetzen. Bergmann sieht Handlungsbedarf in mehreren Bereichen. Kurzfristig sei eine Umstellung der Vergütung notwendig.

"Wir brauchen eine bessere Vergütung der Gesprächsleistungen." Es sei nicht hinnehmbar, dass die psychiatrische Versorgung in einer Pauschale abgebildet wird, betont er.

Mittelfristig müsse die bessere Vernetzung der an der Patientenversorgung Beteiligten erreicht werden. "Wir brauchen eine Struktur, in der die Erkrankung und Situation des Patienten vorgibt, wie die Behandlung aussieht, also regional abgestimmte Behandlungspfade", sagt Bergmann.

Mit den psychiatrischen Institutsambulanzen und den Praxen der niedergelassenen Ärzte gebe es konkurrierende Versorgungsstrukturen, die unter unterschiedlichen Bedingungen arbeiten. Das müsse überwunden werden. (iss)

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