Ärzte Zeitung online, 14.11.2013
 

Verbände

Haus- und Fachärzte-Spaltung in KBV kontraproduktiv

Im Nachgang der KBV-Vertreterversammlung am Freitag haben sich Ärzteverbände mehrheitlich hinter die VV-Mitglieder gestellt. Die meisten lehnen eine Teilung in eine Hausärzte- und eine Fachärzte-KV ab.

POTSDAM/NEU-ISENBURG. Viele Ärzteverbände stärken der KBV-Vertreterversammlung (VV) den Rücken. Die Ärzteschaft müsse geschlossen gegenüber der Politik auftreten, lautete das Fazit vieler Funktionäre auf den Beschluss der Sonder-VV am Freitag, die KBV nicht in eine hausärztliche und eine fachärztliche Sektion zu teilen.

Eine Trennung sei kontraproduktiv, teilte der Vorstand des Hausärzteverbandes Brandenburg (HÄVBB) mit. "Eine selbstständige Hausarzt-KV halten wir für nicht zielführend. Wir lehnen diese Option ab."

Ähnlich sieht es auch der Berufsverband der Internisten (BDI). Zurzeit gehe es darum, im Gesundheitswesen die Grenzen zwischen den Sektoren abzubauen, schreibt der Verband. Ärzte sollten möglichst mit einer Stimme gegenüber Politik, Öffentlichkeit und Krankenkassen sprechen.

Mit einer Teilung sieht MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner die politische Schlagkräftigkeit der Ärzteschaft gefährdet. Sie nutze weder Fach- noch Hausärzten und wäre für fachübergreifende Ärztenetze eine "Katastrophe".

"Bestätigung der traditionellen Vormachtstellung der Fachärzte"

Enttäuscht zeigte sich hingegen der Deutsche Hausärzteverband. Er beurteilte den VV-Beschluss als "Bestätigung der traditionellen Vormachtstellung der Fachärzte".

Mit dem Antrag wollten die hausärztlichen Vertreter eine gleichberechtigte Stellung der Vorstandsmitglieder sowie ein eigenes Antrags- und Abstimmungsrecht der Versorgungsbereiche erreichen.

Stattdessen habe sich gezeigt, dass eine "echte Stärkung des hausärztlichen Vorstandes nicht gewünscht sei", so Verbands-Vorsitzender Ulrich Weigeldt.

Regina Feldmann, Vertreterin der Hausärzte im KBV-Vorstand, war am Freitag deutlich mit ihrem Änderungsantrag gescheitert.

Lediglich 16 von maximal 56 anwesenden VV-Mitgliedern sollen dafür gestimmt haben. Daraufhin sollen die hausärztlichen Mitglieder die Sitzung verlassen haben. (jvb/ami)

[14.11.2013, 14:08:22]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
KBV-VV-Arithmetik
Mitglieder der KBV-Vertreterversammlung sind nach meinen Informationen
• KV Baden-Württemberg: 
Metke, Dr. Norbert
Fechner, Dr. Johannes
Dietsche, Dr. Berthold
Baumgärtner, Dr. Werner
Haack, Dr. Dieter
• KV Bayern: 
Krombholz, Dr. Wolfgang
Schmelz, Dr. Pedro
Geis, Dr. Dieter
Reis-Berkowicz, Dr. Petra
Stumpfe, Dr. Manfred
Bärtl, Dr. Wolfgang
• KV Berlin: 
Prehn, Dr. Angelika
Kraffel, Dr. Uwe
Stennes, Dr. Margret
• KV Brandenburg: 
Helming, Dr. Hans-Joachim
Schwark, Dipl.-Med. Andreas
• KV Bremen: 
Hermann, Dr. Jörg
Scherer, Günter
• KV Hamburg: 
Bollmann, Dipl.-Vw. Dieter
Plassmann, Walter
• KV Hessen: 
Conrad, Dr. Dieter
Dastych, Frank
Haas, Dr. Günter
König, Dr. Klaus
• KV Mecklenburg-Vorpommern: 
Eckert, Dr. Wolfgang
Kreye, Dr. Dieter
• KV Niedersachsen: 
Barjenbruch, Mark
Berling, Dr. Jörg
Titz, Dr. Christoph
Brunngraber, Dr. Axel
• KV Nordrhein: 
Potthoff, Dr. Peter
Brautmeier, Bernhard
Haus, Angelika
Fischbach, Dr. Thomas
Gassen, Dr. Andreas
• KV Rheinland-Pfalz: 
Ultes-Kaiser, Dr. Sigrid
Heinz, Dr. Peter
Schaeben, Dr. Wolfram
• KV Saarland: 
Hauptmann, Dr. Gunter
Meiser, Dr. Joachim
• KV Sachsen: 
Heckemann, Dr. Klaus
Porst, Prof. Dr. Heiner
Windau, Dr. Stefan
• KV Sachsen-Anhalt: 
John, Dr. Burkhard
Grüning, Dr. Holger
• KV Schleswig-Holstein: 
Schliffke, Dr. Monika
Ennenbach, Dr. rer. nat. Ralph
Bobrowski, Dr. rer. nat. Andreas
• KV Thüringen: 
Rommel, Dr. Annette
Schröter, Dr. Thomas
• KV Westfalen-Lippe: 
Dryden, Dr. Wolfgang-Axel
Nordmann, Dr. Gerhard
Feyerabend, Dr. Horst
Kämpfer, Dr. Hermann
• Psychotherapeuten: 
Weidhaas, Dipl.-Psych. Hans-Jochen
Best, Dipl.-Psych. Dieter
Lubisch, Dipl.-Psych. Barbara
Hentschel, Dipl.-Psych. Gebhard
Doebert, Dipl.-Psych. Jürgen
Moors, Dipl.- Soz.-päd. Bernhard

Ein Kollege Dr. Klaus Sackenheim kann also nicht so tun, als wäre er dabei gewesen. Und wenn 16 von 24 "Hausärzten" die KBV-VV verlassen, sind das zwei Drittel der "Hausarztfraktion".

Da aus meiner Aufstellung eindeutig hervorgeht, dass sehr viele Mitglieder der KBV-VV zwar formal "Hausärzte" bzw. Internisten und Hausärzte sind, aber in e r s t e r Linie prominente hauptberufliche und ehrenamtliche KV-Vertreter und Funktionäre darstellen, können durchaus mit 16 Personen a l l e wirklich hausärztlich Tätigen die KBV-VV verlassen haben! Oder leide ich unter illusionärer Verkennung und Fach-, Hausärzte und Psychotherapeuten können nur ihre gegenseitige Zuneigung und uneingeschränkte Solidarität nicht jedem offenbaren?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[14.11.2013, 12:44:38]
Dr. Karlheinz Bayer 
"Wer rausgeht, muß auch wieder reinkommen!"

Ich bitte die Ärztezeitung, nicht pauschal von "den hausärztlichen Mitgliedern" zu sprechen, wenn die Truppe um Herrn Weigeldt gemeint ist. Es ist zweifelsohne eine wichtige Fraktion innerhalb der VV, aber diese Gruppierung spricht - nicht erst in letzter Zeit - keinesfalls für die Hausärzte schlechthin.

Übrigens gab es das in Baden-Württemberg auch schon, daß eine Gruppe den Saal verlassen hat, damals auch, um damit eine Abstimmung zu be- oder zu verhindern. Das war damals die MEDI-Fraktion, und es hat ihr damals genauso wenig genützt, wohl aber dem Ansehen der KV BaWue bis auf den heutigen Tag geschadet.

Das Zitat in der Überschrift stammt übriges von Herbert Wehner und gilt unverändert.

Dr.Karlheinz Bayer
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[14.11.2013, 07:13:36]
Dr. Klaus Sackenheim 
Es haben nicht "die hausärztlichen Mitglieder" die Sitzung verlassen
Die KBV - VV setzt sich, wie auf der KBV-Homepage nachzulesen, zusammen aus:
24 Hausärzten
24 Fachärzten
6 Psychotherapeuten
6 Nicht-Ärzten/Psychotherapeuten

Wie hier und in anderen Medien zu lesen war, haben 16 VV-Mitglieder für den besagten Sektionierungs-Antrag gestimmt und 16 VV-Mitglieder sollten nach Ablehnung des Antrages von der Mehrheit der VV die Sitzung verlassen haben.

Anhand der Zahlenverhältnisse wird klar, das keine Rede davon sein kann, das "die hausärztlichen Mitglieder" die Sitzung verlassen haben.
Durch eine solche Formulierung wird ein falscher Eindruck vermittelt.  zum Beitrag »

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