Ärzte Zeitung, 04.07.2014

Hessen

Wenig ärztliche Expertise in der Politik?

WIESBADEN. Für mehr Dialogbereitschaft zwischen Politikern und dem Gesundheitswesen hat der Zusammenschluss der Hessischen Heilberufe geworben.

Beim Sommerempfang in Wiesbaden appellierten die Körperschaften - dazu gehören neben der KV und Landesärztekammer auch die Körperschaften der Psychotherapeuten sowie die der Zahn- und Tierärzte - an die Landes- und Bundespolitik, Ärzte bei der Gesetzgebung nicht außen vor zu lassen.

"Die Politik wäre gut beraten, Gesundheitsberufe mit ihrer Expertise einzubeziehen", sagte Landesärztekammerpräsident Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach. Bundesärztekammer-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery warnte: "Politik richtet sich nicht immer nach unseren Empfehlungen. Wir müssen uns untereinander austauschen und klar mit unserer Position nach außen stehen."

Dass Gesundheitspolitiker oftmals mit Kopfschütteln der ärztlichen Diskussion folgen, machte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) deutlich: "Ich vermisse den Impuls an die junge Generation, dass Ihnen Ihr Arztberuf Spaß macht."

Vor dem Hintergrund der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die im Zuge der Klinikreform auch zur verstärkten Qualitätsorientierung für die Leistungsbewertung berät, sagte Grüttner: "Qualität ist der Maßstab für Ihr wie auch unser Handeln."

Grüttner vertritt die CDU-geführten Länder in der Arbeitsgruppe. Kürzlich wurde in Hessen das Klinikgesetz novelliert, mit dem nun eine Pauschal- statt Einzelförderung für Investitionen in Kraft tritt. (bee)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »