Ärzte Zeitung, 05.09.2014

Unzufrieden mit Honorarabschluss

Fachärzte hoffen nun auf eine EBM-Reform

Nach dem als enttäuschend bewerteten Honorarabschluss setzen die Fachärzte nun auf die EBM-Reform und auf feste Preise.

BERLIN. Nach Auffassung des Spitzenverbandes der Fachärzte liegt der Honorarabschluss zwischen KBV und GKV-Spitzenverband für das Jahr 2015 im Trend der vorangegangenen Verhandlungsergebnisse.

"Er weist zaghaft in Richtung fester Preise für fachärztliche Leistungen, befriedigt jedoch außer die gesetzlichen Krankenkassen niemanden", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann.

Mit einem um 0,14 Cent erhöhten Orientierungswert sei weder die Refinanzierung der gestiegenen Kosten möglich, noch werde den stetig steigenden technischen und qualitativen Anforderungen Rechnung getragen. "Nach wie vor sind die von den gesetzlich versicherten Patienten in Anspruch genommenen fachärztlichen Leistungen unterfinanziert."

Es sei richtig gewesen, dass die KBV im Vorfeld der Verhandlungen die Finanzierungslücke von fünf Milliarden Euro benannt habe. Die Kassen hätten nun unter Beweis gestellt, dass sie nicht bereit seien, diese Lücke zu schließen.

Es sei nicht Aufgabe der Ärzte, dies den Versicherten zu erklären. Hier sieht der Spitzenverband der Fachärzte die Kassen selbst und letztendlich die Politik in der Verantwortung.

Klares Stopp-Signal gefordert

Als weiteren Schritt in Richtung einer angemessenen und nachvollziehbaren Honorierung werde es im Rahmen der EBM-Reform um den kalkulatorischen Arztlohn gehen. Das werde ein entscheidender Punkt sein.

Die KBV geht dabei von einer notwendigen Erhöhung von derzeit 106.000 auf 133.000 Euro aus. Anhaltspunkt dafür ist das Gehalt eines erfahrenen Klinik-Oberarztes.

"In den anstehenden EBM-Verhandlungen muss die Ärzteschaft geschlossen handeln und den Kassen wie auch der Politik ein klares Stopp-Signal senden", sagte Lindemann.

Notwendig sei eine vernünftige Einigung über den kalkulatorischen Arztlohn und über feste Preise. Hier werde sich die Fachärzteschaft geschlossen aufstellen. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »