Ärzte Zeitung online, 26.11.2018

Ärztekammer Nordrhein

„Gemeinsam und nicht gegeneinander“

Kammerchef Henke appelliert an die Ärzte, sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.

DÜSSELDORF. Die Ärzteschaft darf sich angesichts des Ärztemangels und seiner Folgen nicht auseinanderdividieren lassen, fordert der Präsident der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo), Rudolf Henke. „Der ärztliche Personalmangel in den unterschiedlichen Versorgungsebenen darf nicht dazu führen, dass wir uns gegenseitig beschuldigen, mit Maßnahmen zur Stärkung der einen Versorgungsebene die andere Versorgungsebene zu schwächen“, sagte er auf der Kammerversammlung in Düsseldorf.

Die Gesundheitsversorgung werde künftig nur gelingen, wenn der ambulante und der stationäre Sektor besser zusammenarbeiten und die jeweiligen Arbeitsbedingungen stimmen. „Unsere Chance, die Missstände, die wir beklagen, zu überwinden, kann nicht größer werden, wenn wir es uns gegenseitig schwer machen“, betonte er.

Die Merkantilisierung und Kommerzialisierung im Gesundheitswesen bringe Ärzte und Pflegekräfte immer mehr unter Druck. Die Wirklichkeit in Praxis und Krankenhaus habe sich massiv vom Ideal der Freiberuflichkeit entfernt. „Wer heute in die Kollegenschaft hinein hört, der weiß, es knirscht auf allen Ebenen“, so der Kammer-Präsident.

"Nach außen sichtbare Profilierung nötig"

Das dürfe aber nicht zu Resignation und zum stillen Rückzug aus dem Arztberuf führen. „Statt Resignation brauchen wir eine nach außen sichtbare Profilierung unserer ärztlichen Positionen.“ Wenn die Ärzteschaft mit einer Stimme spricht, kann sie nach seiner Einschätzung erfolgreich sein.

So habe der Bundesrat Vorschläge aus einem Arbeitspapier der ÄKNo und der KV Nordrhein zur Eindämmung des Einflusses von Fremdkapitalgebern in MVZ aufgegriffen: die Ablehnung von Klinik-MVZ ohne regionalen und fachlichen Bezug, das Verbot der Beschränkung des Angebots auf lukrative Leistungen sowie Obergrenzen für die Zahl der Arztsitze in MVZ.

Henke hält weitere Regelungen für notwendig. Dazu gehört, dass Kapitalinvestoren bei der Übernahme von Arztsitzen gegenüber den Zulassungsausschüssen den Kaufpreis und sonstige Konditionen transparent machen müssen. (iss)

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